Volleyball

Blicke der BR Volleys gehen wieder nach oben

In der Form, in der sich die BR Volleys zuletzt präsentierten, ist in der Bundesliga Platz drei wieder drin. Mindestens.

Da lief es noch schlecht: Die Berliner Georg Klein, Jeff Jendryk, Sebastian Kühner und Nicolas Le Goff (v.l.) verlassen nach dem 0:3 gegen Danzig enttäuscht das Spielfeld. Das war im Januar, der Februar verlief besser für den deutschen Meister.

Da lief es noch schlecht: Die Berliner Georg Klein, Jeff Jendryk, Sebastian Kühner und Nicolas Le Goff (v.l.) verlassen nach dem 0:3 gegen Danzig enttäuscht das Spielfeld. Das war im Januar, der Februar verlief besser für den deutschen Meister.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin.  - Kaweh Niroomand lässt keine Gelegenheit aus, zur Bescheidenheit zu mahnen. „Wir sind nicht in der Situation, darüber zu sprechen, was wir noch alles erreichen können, geschweige denn über die Meisterschaft“, sagte der Geschäftsführer der BR Volleys nach dem 3:0 gegen Tabellenführer Haching, „jetzt müssen wir erst mal unser nächstes Spiel gewinnen. Da geht es gegen die Netzhoppers KönigsWusterhausen.“

26 Siege, nur eine Niederlage gegen Netzhoppers

Fast zwei Wochen ist das her, an diesem Sonnabend (18.30 Uhr, Schmeling-Halle) kommt es nun zum Derby. In 27 Vergleichen gab es 26 Siege für die BR Volleys, die einzige Niederlage liegt sieben Jahre zurück. Trotzdem warnt Niroomand schon wieder: „Sie sind eine Wundertüte und haben nichts zu verlieren."

Eine solche Wundertüte waren auch seine Spieler eine ganze Weile lang in dieser Saison. Bis Ende Januar der russische Olympiasieger Sergej Grankin verpflichtet wurde, das Puzzleteil, das gefehlt hatte. Sein Debüt ging mit 0:3 gegen Friedrichshafen noch daneben. Aber danach gewannen die Berliner alle ihre fünf Bundesligaspiele, darunter schwere Auswärtspartien.

Siegesserie brachte Sprung aus Rang vier

Die kleine Serie ist auch in der Tabelle nicht folgenlos geblieben. Die Mannschaft von Trainer Cédric Enard steht jetzt stabil auf Rang vier; ein Sieg gegen die Netzhoppers vorausgesetzt, wäre er ihnen ebenso wie der Heimvorteil im Play-off-Viertelfinale sicher.

Dass Niroomand nach den schweren Enttäuschungen zu Saisonbeginn den Volleyball flach hält, ist nachzuvollziehen. Doch mit diesem vierten Platz zufrieden ist seine Mannschaft sicher nicht. Am 9. März treten die Berliner bei der SG Lüneburg an, beim Tabellendritten. Gewinnen sie dort und schieben sich an den Niedersachsen vorbei, ist sogar ein scheuer Blick auf Rang zwei wieder erlaubt. Denn die anderen Spitzenklubs Haching, Friedrichshafen, Frankfurt und Düren haben ein viel schwereres Restprogramm als Berlin, das noch Rottenburg empfängt (16. März) und nach Bühl reisen muss (23. März).

Enard stehen 15 gesunde Spieler zur Verfügung

Warum also eigentlich nicht? Enard hat zum ersten Mal in dieser Spielzeit 15 gesunde Profis zur Verfügung, nachdem mit Egor Bogachev (Kreuzbandriss) und Nicolas Le Goff (Muskelverletzung im Bauchbereich) die letzten beiden Rekonvaleszenten wieder voll mittrainiert haben. Der Franzose steht vor der Qual der Wahl: Nur 14 Spieler darf er nominieren.

So viel scheint aber klar: In die Favoritenrolle haben sich die „Häfler“ von Trainer Vital Heynen gespielt. Nicht allein durch ihr 3:0 in Berlin. Viel mehr durch ihren glatten 3:0-Sieg gegen Lüneburg im Pokalfinale. Wenn jetzt auch noch das Spitzenspiel gegen Haching gewonnen wird, werden sie am Bodensee die Planungen beginnen für den Gewinn des 14. Meistertitels. Den würden sie Heynen gern zum Abschied widmen, denn der Belgier hat schon verkündet, dass er Deutschland nach dieser Saison verlassen wird.