Ein Saisonziel haben die BR Volleys noch. Nachdem sowohl Champions League als auch der deutsche Pokal nicht so verlaufen sind, wie die Berliner sich das vorgestellt haben, geht es nun darum, den neunten deutschen Meistertitel in die Hauptstadt zu holen.
An diesem Mittwoch beginnt das Play-off um die Meisterschaft. Im Viertelfinale müssen die BR Volleys in der „Best of three“-Serie an der SVG Lüneburg vorbei (19.30 Uhr, Schmeling-Halle). Am Montag hat Geschäftsführer Kaweh Niroomand sich mit Trainer Stelian Moculescu zusammengesetzt und einen Fahrplan entwickelt, um das wichtigste Saisonziel zu erreichen. Über Jahre haben diese beiden Männer die deutsche Volleyballlandschaft bestimmt. „Jetzt müssen wir unsere Expertisen zusammenbringen und daraus das Beste für die kommenden Wochen gestalten“, sagt Niroomand.
Mehr als die Hälfte der Mannschaft könnte wegbrechen
Es geht darum, noch einmal alle Kräfte zu bündeln, voraussichtlich zum letzten Mal, denn Niroomand deutet an, dass den BR Volleys nach dieser Saison der größte Umbruch bevorsteht, den es jemals gab. „Da sind einige ältere Spieler und einige, mit denen wir vielleicht nicht so ganz zufrieden sind“, sagt er. Namen will der Geschäftsführer noch nicht nennen, allerdings ist davon auszugehen, dass etwa die Hälfte der Mannschaft wegbricht. „Das ist vielleicht auch ein Problem, das wir in dieser Saison haben“, sagt Niroomand. „Wenn Spieler im Kopf möglicherweise schon woanders sind, können sie nicht mehr das Maximale herausholen.“
Eigentlich wollte er einem allzu großen Umbruch vorbeugen, indem er unter anderem Außenangreifer Adam White und Diagonalangreifer Kyle Russell mit Verträgen über zwei Jahre ausstattete, was im Volleyball eher unüblich ist. Die meisten Klubs greifen zu Saisonverträgen. Die Leistungskurve von White und Russell zeigt allerdings wie auch die von Mittelblocker Georg Klein erst seit wenigen Wochen in die Richtung, die Niroomand sich vorgestellt hat.
Niroomand klagt, dass seine Ideen nicht aufgehen
„Meine Idee geht nicht auf, wie so viele meiner Ideen in diesem Jahr“, klagt Niroomand. Viele Aspekte der Kaderentwicklung werden davon abhängen, wie sich die Mannschaft in der Play-off-Phase entwickelt. Einer, der all das bereits durchlebt hat, ist Felix Fischer. Der Publikumsliebling beendete im vergangenen Jahr seine Karriere als Meister: „Es ist unbezahlbar, als deutscher Meister zu gehen“, sagt er. Ohne diesen Titel würde er heute mit dem nagenden Gefühl kämpfen, er hätte noch mehr machen können und hätte vielleicht nicht alles gegeben, erzählt er. „So bin ich mit einem guten Gefühl gegangen, das kann mir keiner mehr nehmen.“ Diese Erfahrung wünscht er seinen ehemaligen Mitspielern auch.


