Volleyball

BR Volleys gelingt Befreiungsschlag

Die BR Volleys haben in der Champions League ihre letzte Chance auf das Weiterkommen gewahrt. Gegen Spacer’s Toulouse gewannen sie 3:0.

Erleichterung: Die BR Volleys feiern ihren souveränen Erfolg

Erleichterung: Die BR Volleys feiern ihren souveränen Erfolg

Foto: O.Behrendt / imago/Contrast

Berlin.  Eigentlich ist Volleyball ja kein Ausdauersport. Die Ballwechsel dauern in der Regel nicht länger als ein paar Sekunden. Dass es auch anders aussehen kann, bewiesen am Mittwochabend die BR Volleys und die Spacer’s Toulouse. Vor 4053 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle präsentierten beide Teams eine Rallye, die mit Sicherheit noch einige Wochen im diversen sozialen Netzwerken kursieren wird. Über anderthalb Minuten kämpften die beiden Champions-League-Teilnehmer um den Punkt, wobei der Ball nach zahlreichen spektakulären Abwehraktionen 21 Mal das Netz überquerte.

Niroomand staunt über längsten Ballwechsel

„Das war glaube ich der längste Ballwechsel, den ich je gesehen habe“, sagte Volleys-Manager Kaweh Niroomand. Den Punkt zum 18:18 erzielten zwar die Franzosen, das Spiel aber gewannen die Berliner 3:0 (25:15, 28:26, 25:16). Mit diesem ersten Sieg in der Champions League wahrt der amtierende deutsche Meister die Chance aufs Weiterkommen in dem hochklassigen Wettbewerb.

„Das war so wichtig für uns, es geht einfach gerade um alles oder nichts“, sagte Aleksandar Okolic. Beinahe hätte der an diesem Tag überragende Mittelblocker der Berliner eine 100-Prozent-Quote im Angriff vollbracht. „Den letzten Ball hat Pierre Pujol mir zu niedrig gestellt“, sagte er lachend. So gelangen ihm aber immer noch acht Punkte bei neun Versuchen. „Ich habe einfach nur versucht konzentriert zu bleiben“, sagte er. „Der Druck ist enorm derzeit, auch, weil wir in der letzten Saison so gut waren in der Champions League. Wir wollen unbedingt beweisen, dass das nicht nur Glück war.“

Trainer Reynolds verschafft der Sieg etwas Luft

Tatsächlich erinnerte der beherzte Auftritt der BR Volleys an die Partien gegen Lube Civitanova und Asseco Resovia Rzeszów in der vergangenen Saison der Königsklasse. Alle Spieler zeigten eine Aggressivität, die so bislang in dieser Spielzeit noch nicht zu sehen gewesen ist. „Ich habe außerdem schon lange keine so gute Defensive von uns gesehen“, sagte Aleksandar Okolic. „Jeder war einfach überall, das war richtig gut. Wenn wir so weiter spielen, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.“ Trainer Luke Reynolds jedenfalls verschafft dieser Sieg vorerst etwas Zeit zum Durchatmen.