Dass die Uhren in Europa ein klein wenig anders ticken, hat Marko Stamm schon beim Blick in die Durchführungsbestimmungen für die Euro League im Frauen-Wasserball festgestellt. Selbst vermeintliche Nebensächlichkeiten sind dort klar geregelt. So fordert der europäische Verband beispielsweise für das Erstrundenturnier an diesem Wochenende in der Schöneberger Schwimmsporthalle, dass sämtliche Betreuer einer Mannschaft nicht nur die gleichen Schuhe tragen müssen, sondern auch Schnürsenkel in der gleichen Farbe.

„Als Sportler kann man da eigentlich nur mit dem Kopf schütteln“, meint Marko Stamm, der das Spandauer Frauenteam trainiert. Er hofft zugleich, dass die Gastgeber bei ihrer Europapokalpremiere nicht allein deshalb einen guten Eindruck hinterlassen, weil sie ordnungsgemäß gekleidet sind.

Niederlage zum Auftakt gegen CE Mediterrani aus Spanien

Bis Sonntag dauert das Turnier. Für die Frauen der Wasserfreunde ist es der erste Auftritt auf der europäischen Bühne. Erst seit 2018 spielt der Klub in der Bundesliga und holte auf Anhieb das Double aus Meisterschaft und Pokal. Trotz der zusätzlichen Kosten stand es danach außer Frage, dass die Berlinerinnen auch für die Euro League melden.

„Wenn wir den Frauenwasserball in Deutschland weiterentwickeln wollen, ist das einfach Pflicht“, sagt Stamm. Die Spandauerinnen müssen bei dem Fünfer-Turnier mindestens Dritter werden, um eine Runde weiter zu kommen. Der Start ging allerdings schief: Am Donnerstag verloren sie gegen CE Mediterrani (Spanien) 8:17. An diesem Freitag (19 Uhr) wartet Olympia Kosice aus der Slowakei.

Danach folgen noch die Spiele am Sonnabend (18 Uhr) gegen Plebiscito Padua (Italien) sowie am Sonntag (11.30 Uhr) gegen Budapesti VSC aus Ungarn. Anfang Oktober gewann Spandau bereits den heimischen Supercup, doch seitdem fehlt es an Spielpraxis, weil die Bundesliga erst Mitte des Monats startet. „Wir sind bestimmt noch nicht so eingespielt wie die anderen“, sagt Marko Stamm. Trotzdem wollen sich die Wasserfreunde jetzt auch bei den Frauen in Europa etablieren.