Am letzten Mai-Wochenende kommen Sport-Fans in Berlin noch einmal voll auf ihre Kosten. Ein Höhepunkt jagt den nächsten. Im kleinen und großen Fußball werden die Sieger in den Pokal-Wettbewerben ermittelt, die Formel E rast über das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof, die Füchse und Alba laden zu Top-Spielen im Hand- und Basketball, die Wasserfreunde Spandau 04 können die Meisterschaft perfekt machen – und am Montag will der 1. FC Union zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Fußball-Bundesliga aufsteigen. Die Morgenpost führt Sie in chronologischer Reihenfolge durch die anstehenden Sport-Ereignisse der deutschen Sport-Hauptstadt.

Berliner Pokalfinale der Kleinen

Rund 120.000 Euro sind Peanuts – für Fußball-Verhältnisse. Nicht aber für Tennis Borussia und den FC Viktoria 89. Im Endspiel um den Berliner Landespokal kämpfen der Oberligist und der Regionalligist um diese für sie enorme Summe und um den Platz in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Beide haben eine deprimierende Saison hinter sich und wollen am Sonnabend (10.30 Uhr, Jahn-Sportpark) den Cup in die Höhe stemmen. Der Verlierer des Spiels geht übrigens leer aus.

Leise, leise, Formel E

Autorennen ohne Benzin sind keine verrückte Idee mehr, seit es die Formel E gibt. Zum fünften Mal schon gehen die leisen Flitzer am Sonnabend (13 Uhr, ARD und Eurosport) in Berlin auf die Piste, diesmal und zum insgesamt vierten Mal auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Weil man anders als bei der Formel 1 beim Vorbeifahren der Autos trotzdem sein eigenes Wort versteht, erfreut sich die Serie wachsender Beliebtheit. Nicht nur bei Zuschauern, auch bei Herstellern und Piloten.

Wasserball-Titelkampf I

Von wegen Wachablösung: Spandau 04, mit 36 Meisterschaften deutscher Rekordchampion im Wasserball, musste zuletzt viele Rückschläge gegen seinen Herausforderer Waspo Hannover hinnehmen, vor allem die Niederlage im Pokalendspiel schmerzte. Doch jetzt, wo es um den Meistertitel geht, ist Spandau wieder aufgetaucht, gewann Mittwoch das erste Finale an der Leine 10:9. An diesem Sonnabend (16 Uhr, Sportzentrum Schöneberg) soll in der „Best of five“-Serie der nächste Schritt folgen, den Titelverteidiger zu ärgern.

DFB-Pokalfinale der Großen

Einer der Höhepunkte des Berliner Sportjahres – und das schon seit 1985: Im Olympiastadion (20 Uhr, ARD und Sky) wird am Sonnabend der letzte nationale Titel vergeben, 75.000 Fans feiern ein großartiges Fußball-Fest. Und den Pokal gewinnen nicht immer die Bayern, nur dreimal gelang es ihnen in den vergangenen acht Jahren. Im Finale stehen sie auch diesmal, Gegner ist RB Leipzig. Allein für den Finalsieg gibt es übrigens 4,5 Millionen Euro, das unterlegene Team kassiert immerhin 3,5 Millionen Euro Trostprämie.

Füchse fordern die Löwen

Eigentlich ist die Saison der Füchse gar nicht so schlecht gelaufen. Final Four im DHB-Pokal, Final Four im EHF-Pokal – das schaffen nicht viele. Nur in der Liga lief es nicht nach Wunsch, weshalb die Berliner jetzt um die Qualifikation für das internationale Geschäft bangen. Ein Sieg an diesem Sonntag in der Schmeling-Halle (13.30 Uhr, Sky) über die Rhein-Neckar Löwen würde solche Sorgen mit einem Schlag vertreiben. Mut machen die jüngsten Leistungen. Und dass den Löwen im vergangenen Jahr in Berlin der Zahn gezogen wurde.

Wasserball-Titelkampf II und III

Spandau 04 gibt es jetzt doppelt. Kaum sind auch die Wasserfreundinnen im Becken unterwegs, haben sie schon Oberwasser. Als Bundesliga-Aufsteiger gewannen die Frauen des Klubs gleich den Pokal, am Sonntag (16 Uhr, Sportzentrum Schöneberg) wollen sie auch das erste Finale um die Meisterschaft gegen Uerdingen für sich entscheiden. Schon um 14 Uhr sind dort die Männer im Einsatz. Haben sie am Sonnabend im Spiel zwei gegen Hannover gesiegt, können sie sich im dritten Endspiel zum Meister krönen. Zum 37. Mal.

Alba will schmerzfrei ins Halbfinale

64 Spiele haben die Profis von Alba Berlin schon absolviert. Doch wenn es nach ihnen geht, würden sie gern noch bis Ende Juni auf dem Feld stehen. Dann erst geht es um die deutsche Basketball-Meisterschaft, und das Team von Trainer Aito Reneses will nach vier verlorenen Finals endlich seinen ersten Titel gewinnen. Zunächst gilt es aber, mit dem dritten Sieg am Sonntag (15 Uhr, Magentasport) über Ratiopharm Ulm schmerzfrei ins Halbfinale einzuziehen.

Großes Saisonfinale für Union

Wir wünschen uns ein Derby in der Fußball-Bundesliga. Genauer gesagt sogar zwei, eins im Olympiastadion, eins in der Alten Försterei. Genau dort allerdings müsste der 1. FC Union dafür am Montag (20.30 Uhr, Eurosportplayer) den VfB Stuttgart zunächst in der Relegation bezwingen. Der letzte Zweitligist, dem das gelungen ist, war zwar 2012 Fortuna Düsseldorf (ausgerechnet gegen Hertha), aber Union hat es ja auch noch nie versucht. Und die Ausgangslage ist exzellent.