Wasserball-Play-off

Wasserfreunde wollen Titel zurück nach Spandau holen

Die Berliner starten mit einem Auswärtsspiel bei Waspo Hannover in das Meisterschafts-Finale. Für Spandau geht es um die Ehre.

Marko Stamm und seine Wasserfreunde haben die Punkterunde gewonnen.

Marko Stamm und seine Wasserfreunde haben die Punkterunde gewonnen.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. So ganz kann es Peter Röhle immer noch nicht begreifen, dass die Spieler von Waspo Hannover nach ihrem Pokalsieg gegen die Wasserfreunde Spandau den Cup tatsächlich in der Kneipe vergessen haben. „So etwas würde uns nicht passieren. Wir haben da schließlich langjährige Erfahrung“, meint Spandaus Manager.

Mit 36 Meistertiteln und 30 Erfolgen im Pokalwettbewerb sind die Wasserfreunde mit Abstand der erfolgreichste Verein im deutschen Wasserball. Zuletzt musste man in beiden Wettbewerben allerdings Waspo den Vortritt lassen, das seit 2017 drei Mal in Folge Pokalsieger wurde und im vergangenen Jahr auch erstmals den Meistertitel holte. Nun soll die Trophäe „dahin zurückgeholt werden, wo sie hingehört“, sagt Spandaus Präsident Hagen Stamm. Und verspricht, besser auf das glänzende Stück aufzupassen, als es die Hannoveraner zuletzt getan haben.

Zweite titellose Saison in Folge vermeiden

Einfach wird die Aufgabe nicht. Im Pokal und beim Supercup siegte jeweils der Rivale aus Niedersachsen. Auch in der Champions League lag Waspo vor den Wasserfreunden und darf dank einer Wildcard als Ausrichter sogar am Finalturnier teilnehmen, das die Spandauer klar verpasst haben. Finanziell hat der Klub den Berlinern ebenfalls den Rang abgelaufen. Daher droht dem Rekordmeister die zweite titellose Saison in Folge. Das hat es seit 1979 noch nie gegeben.

„Wir müssen die Jungs an ihrer Ehre packen“, sagt Stamm. Trainer Petar Kovacevic ergänzt: „Wir wollen unseren Siegeswillen zeigen. Unser Team darf sich keine Hänger leisten. Unser Potential muss in jeder Aktion und in jedem Moment deutlich werden.“

Mittwoch ist Finalstart in Hannover

Personell kann er aus dem Vollen schöpfen, erst zum zweiten Mal in dieser Saison tritt Spandau in Bestbesetzung an. Hagen Stamm ist daher zuversichtlich: „Jetzt werden die Karten neu gemischt.“ Das erste von maximal fünf Duellen in der Finalserie findet am Mittwoch in Hannover statt. In den beiden darauffolgenden Partien sowie in einem möglichen entscheidenden fünften Spiel haben dann die Wasserfreunde als Hauptrundensieger den Heimvorteil.

Es wäre keine Überraschung, wenn diese Serie über die volle Distanz geht, denn die bisherigen Aufeinandertreffen waren stets hart umkämpft. Im Pokalfinale unterlag Spandau Anfang Mai erst im Fünfmeterschießen. „Diese Niederlage war sehr bitter“, sagt Stamm, aber letztendlich doch nur Vorgeplänkel. „Am Ende entscheidet der Ausgang der Meisterschaft darüber, ob es eine erfolgreiche Saison war oder nicht.“