Arm in Arm standen die beiden Verbandspräsidenten nebeneinander, als IHF-Präsident Hassan Moustafa das Geheimnis lüftete und die Namen Deutschland und Dänemark aus dem Umschlag zog. Nach 1938, 1958, 1961, 1982 und 2007 richtet der Deutsche Handballbund (DHB) – gemeinsam mit Dänemark – die insgesamt sechste WM in Deutschland aus.
„Ich bin sehr gerührt“, sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer nach der Entscheidung, die Moustafa am Montag in Doha (Katar) um 9.57 Uhr Mitteleuropäischer Zeit verkündet hatte. „Natürlich bewegt mich das auch persönlich. Vor allem bewegt mich die gute Zusammenarbeit, ja Freundschaft mit den Dänen.“ In der Abstimmung setzten sich die Partner gegen Polen und die gemeinsame Bewerbung von Slowakei und Ungarn durch.
Das Turnier bedeutet ein Novum in der Handball-Geschichte: Noch nie haben zwei Verbände eine WM in Kooperation ausgetragen. Schauplatz des Endspiels wird Kopenhagen sein, das Eröffnungsspiel soll in der Berliner O2 World stattfinden. „Ich denke, dass wir dann in der Lage sind, auch eine solch große Halle zu füllen“, sagte Bauer.
Klaus Wowereit wirbt für Berlin als Spielort
Die Vorrundenspiele finden in beiden Ländern statt. Die Halbfinals werden in Deutschland und das Endspiel in Dänemark ausgetragen. Mögliche deutsche Spielorte sollen neben Berlin auch München, Köln, Mannheim, Hamburg und Kiel sein; Dänemark plant mit Herning und Kopenhagen.
Aus Berlin meldete sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zu Wort. Er gratulierte dem DHB, äußerte aber auch gleich Ansprüche: „Berlin setzt darauf, bei der Entscheidung über die Vergabe der WM-Spiele in Deutschland berücksichtigt zu werden.“ Es würde der Sportmetropole Berlin gut zu Gesicht stehen, „wenn wichtige Partien in unserer Stadt stattfinden würden“, betonte er: „Berlin bietet dafür vorzügliche Voraussetzungen.“
„Das ist ein Meilenstein für uns. Wir haben die Möglichkeit, nach dem Verpassen von Olympia und der EM Reset zu drücken“, sagte Bob Hanning. Der Geschäftsführer des Bundesligisten Füchse Berlin und DHB-Vizepräsident hob den besonderen Wert der WM 2019 hervor: „Wir sind automatisch qualifiziert und haben dadurch ideale Voraussetzungen, uns für Olympia 2020 zu qualifizieren. Da haben wir ja Großes vor.“ Hanning hat für die Spiele in Tokio den Olympiasieg als Ziel ausgegeben.
Jung-Fuchs Drux bei Präsentation
Dann soll auch Paul Drux dabei sein. Der 18-jährige Jugend-Nationalspieler von den Füchsen gehörte zur Delegation, sollte als Beispiel für die Zukunft des deutschen Handballs gelten. In einer 40 Minuten langen Präsentation hatten der DHB und Dänemarks Verband ihre WM-Bewerbung dem IHF-Rat vorgestellt.
„Wir haben eine wunderbare Präsentation abgegeben. Aber ich war trotzdem nervös, weil auch die anderen Bewerber gute Arbeit gemacht haben“, sagte Bauer, der unter anderem mit Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein und Drux geworben hatte.
BM


