Zwei heiße Favoriten, vier Kontrahenten die ihnen den Spaß verderben wollen, 600 Pferde in über 50 Rennen: Das 118. Deutsche Traber Derby wirft seinen Schatten voraus. Ab dem heutigen Donnerstag (1. August 2013) 17 Uhr bis einschließlich Sonntag schaut die europäische Traberszene vier Tage lang auf die Bahn in Mariendorf. „Wir sind schon stolz, dass das Derby in die Traber-Hochburgen Frankreich und Schweden live übertragen wird, dass auch die ARD präsent ist“, sagt Mariendorfs Geschäftsführer Andreas Haase.
Sportlich läuft es, legt man die in den Qualifikationsdurchgängen gezeigten Leistungen zugrunde, in den beiden Hauptrennen jeweils auf einen Dreikampf hinaus. Im mit rund 113.000 Euro dotierten Stuten-Derby am Sonnabend gebührt Mustang’s Sally die Nummer eins, Red Riding Hood und Fräulein Wunder folgen dichtauf.
Das mit fast 275.000 Euro ausgestattete Deutsche Derby am Sonntag sollte zwischen Tiger Woods As, Stanislawski und Nu I Nu entschieden werden. Sowohl bei Mustang’s Sally als auch bei Tiger Woods As sitzt Robin Bakker (Niederlande) im Sulky. Für etwas risikofreudigere Wetter könnte Weltrekordler Heinz Wewering mit Shoemaker im Derby eine interessante Alternative sein. Der 63-Jährige ist achtfacher Derby-Sieger. Apropos Wetten: Alle einsatzfreudigen Zuschauer haben neben den normalen Gewinnquoten die Chance auf Zusatzprämien in Höhe von 35.000 Euro (Hauptpreis ein VW up).
Die Berliner Farben vertritt im Stuten-Derby Donna Kievitshof, gefahren von Maik Esper. Der 40-Jährige sammelte vor seinem Berlin-Engagement für zwei Jahre in Italien Erfahrungen. Dass ihm ein ähnliches Kunststück gelingt wie vor einem Jahr Thorsten Tietz (Sieg im Stuten-Derby und Sieg im Deutschen Derby mit nachträglicher Disqualifikation, die noch nicht abschließend geklärt ist), scheint aber unwahrscheinlich. Tietz, in der Derby-Qualifikation 2013 knapp gescheitert, freut sich darauf, „einfach mal zuschauen zu können“. Dass es mit seinem Pferd Fridericus nicht geklappt hat, sei „kein Beinbruch. Man hat nicht jedes Jahr die Pferde, um ganz vorn zu landen“, so der 35-Jährige.
72 Pferde kommen unter den Hammer
Eine einmalige Gelegenheit abseits der Rennbahn bietet sich den Berliner Zuschauern am Sonnabend. Gegen 19 Uhr beginnt vor der Tribüne die jährliche Auktion. 72 Pferde werden vom ehemaligen Fußball-Reporter Werner Hansch angeboten. 2009 wurde in Mariendorf die Stute Lobell Countess für 9000 Euro ersteigert – 2011 gewann sie als Dreijährige das Derby. Profibox-Weltmeister Marco Huck, der den Siegerpokal im Matadoren-Rennen übergeben hatte, hat sich schon mal nach Preisen für einen Traber erkundigt.
Abseits von Sieg und Niederlage hat die Derby-Woche elementare Bedeutung für den Bestand der Trabrennbahn, die 2013 ihren 100. Geburtstag feiert. „Von den rund sieben Millionen Euro Wettumsatz innerhalb einer Saison erzielen wir rund ums Derby etwa 2,4 Millionen. Daran kann man den Stellenwert ermessen“, sagt Andreas Haase. Mit Interesse haben die Mariendorfer die Aufnahme der Galopprennbahn Hoppegarten in das Denkmalpflegeprogramm für national wertvolle Kulturdenkmäler registriert. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Bahn-Eigentümer Gerhard Schöningh bekommt bei einer Eigenleistung von 250.000 Euro deren 500.000 dazu. Haase: „Sicher sind unsere Voraussetzungen anders, aber ich sehe Gesprächen mit dem Bezirk erwartungsfroh entgegen.“ Die Anfangszeiten der Renntage: Freitag (2. August 2013) 17.30 Uhr, Sonnabend und Sonntag (3. und 4. August 2013) 12.30 Uhr.




