Nummer eins also. Spätestens damit gehört Alexander Zverev zu den ganz Großen des Sports. In den über 50 Jahren, seit denen mittlerweile die Weltrangliste geführt wird, standen bislang 30 Spieler an deren Spitze. Wie bedeutend das ist, zeigt eine kleine Auswahl jener Spieler, die vor mehreren Spielergenerationen ihren Sport dominierten. Jimmy Connors, Björn Borg, John McEnroe, Ivan Lendl jedenfalls sind bis heute vielen Menschen weltweit ein Begriff.
Alexander Zverev hat für den Weg an die Spitze einen langen Anlauf gebraucht
Damit ein Ereignis wahrhaft historisch zu nennen ist, sollte es die Aufregung eines Turniers, mehr als einen kurzen Moment überdauern. Die Erfolge Boris Beckers beispielsweise sind auch nach mittlerweile über 40 Jahren noch präsent. Dort ist, auch wenn die Zeiten andere sind, jetzt auch Alexander Zverev angekommen. Er ist Teil eines erlesenen Kreises.
Der Hamburger Tennisprofi hat während seiner Karriere oft mit sich gehadert und langen Anlauf gebraucht, um zu sich selbst und zu seinem besten Tennis zu finden. Dem Sportler, der viele Facetten seines Leidens an der Leistung sehr öffentlich austrug, bei diesem Weg zuzusehen, war bisweilen qualvoll. Aber jetzt darf man festhalten: Zverevs Erfolg ist auch das Ergebnis langer, hartnäckiger Arbeit. Das Warten hat sich also gelohnt – für ihn wie für seine Fans.
Tennisprofi Alexander Zverev hat sportlich seinen Weg gefunden
Vor allem in diesem Jahr hat, so viel steht jetzt fest, Alexander Zverev seinen Weg gefunden. Der Mann ist zwar erst 29 Jahre alt, aber für einen Profisportler ist das eben auch schon nicht mehr jung. Die größte, respektheischende Leistung besteht daher vielleicht darin, dass er vergleichsweise spät noch einmal neue Wege einschlug, sein Tennisspiel umkrempelte und sogar an seiner öffentlichen Wahrnehmung arbeitete.
Alexander Zverev wird wohl eine ambivalente, menschlich nicht ganz einfache Figur bleiben. Aber das waren die Stars vor ihm von Borg bis Becker auch. Ihre Leistung bleibt.


