Zwischendurch fiel ein fast unscheinbarer Satz, doch er beinhaltete die wichtigste Nachricht in diesen turbulenten Tagen beim FC Bayern. Die wichtigste Nachricht war ja nicht, dass der erkrankte Trainer Vincent Kompany wenige Stunden vor dem 6:1 (2:1)-Sieg der Münchner im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten 1. FC Magdeburg das Krankenhaus verlassen und nach Hause durfte. Die wichtigste Nachricht war auch nicht die diagnostizierte Hirnhautreizung, die zum Kollaps des 40-Jährigen am Freitag auf dem Trainingsgelände geführt hatte. Die wichtigste Nachricht formulierte Max Eberl am späten Mittwochabend im Bauch der Münchner Arena beinahe beiläufig, nachdem er schon vor und auch nach dem Spiel viel über Kompany gesprochen hatte. „Das kann man ja auch sagen: Er wird wieder gesund werden“, sagte der Sportvorstand. Auf Nachfrage verwies er auf die Auskünfte der Ärzte: „Was ich gehört habe, ist es so, dass es eben 100 Prozent wieder gut wird.“

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Verbunden mit dieser Prognose ist eine große Erleichterung beim FC Bayern. Nach Kompanys Zusammenbruch war ja zunächst völlig unklar gewesen, warum es dazu gekommen war und wie es weitergeht. Vor allem wusste niemand, ob sich die Hoffnung wirklich erfüllt, dass Kompany zurückkehrt. Nun sind die Signale so positiv, dass es womöglich sogar weniger lange dauert. Von einer wochenlangen Absenz war zunächst die Rede gewesen, was eher nach zwei Monaten geklungen hatte als nach zwei Wochen. Nun eröffnet sich eine Perspektive auf eine Rückkehr in einer nicht allzu fernen Zukunft. „Reha heißt bei ihm Ruhe, Medikamente. Und dann bin ich mir sehr, sehr sicher, dass er ganz bald wieder mit 100 Prozent am Rand steht“, hatte Eberl in der ARD vor dem Einzug ins Pokal-Achtelfinale gesagt.
Kompany-Rückkehr wohl nach der Länderspielpause
Danach versuchte er zwar, einer zu hohen Erwartungshaltung entgegen zu wirken. Aber nach allem, was zwischen den Zeilen anklang, scheint möglich, dass Kompany nach der Länderspielpause wieder bei der Mannschaft ist. Bis dahin stehen noch der Bundesliga-Klassiker am Samstag gegen Borussia Dortmund (18.30 Uhr/Sky) sowie die Spiele in der Champions League bei Atlético Madrid am Dienstag und in der Liga am 7. November in Mainz an. Nach den anschließenden Länderspielen geht es beim FC Bayern am 20. November mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln weiter. Womöglich sitzt Kompany dann wieder auf der Bank.
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„Das Weiterkommen wird ihn weiter unterstützen, glaube ich, schnell wieder zurückzukommen und zu genesen“, sagte Eberl nach dem Pokalerfolg durch die Tore von Michael Olise (10. und 50./Elfm.), Isamel Saibari (21.), Alphonso Davies (70.), Nathaniel Brown (73.) und David Santos Daiber (90.+3). Zwischendurch hatte Mateusz Zukowski für den guten Zweitligisten ausgeglichen (15.). Doch das Spiel geriet wegen der anderen wuchtigen Themen zur Nebensache.
Dreesen-Telefonat mit Kompany
„Wenn er sich wieder so fühlt und die Ärzte grünes Licht geben, dann wird er wieder da sein, und dann ist er auch zu 100 Prozent wieder da“, sagte Eberl über Kompany, „und dann wird er seinen Job so machen, wie er ihn gemacht hat – vielleicht den einen Kaffee weniger, vielleicht den einen Nachmittag mehr frei.“ Schon jetzt geht es Kompany nach Auskunft der Münchner gut. Der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen berichtete von einem Telefonat mit dem Trainer am Mittwoch. „Total aufgeräumt“ habe Kompany geklungen, „er schaut nach vorne, ihm geht’s gut.“ Dreesen sagte, es sei gut zu wissen, „dass man es vernünftig behandeln kann“. Man schaue optimistisch nach vorne.

Das gilt auch für die Vertragsverhandlungen mit Harry Kane. Offenbar steht man nun wirklich kurz vor dem Abschluss mit dem 33 Jahre alten Engländer, der nach dem Gewinn des Ballon d’Or am Montagabend gegen Magdeburg 90 Minuten auf der Bank saß und geschont wurde für das Topspiel gegen den BVB. Ob die Vertragsverlängerung mit Kane wegen der Kür zum besten Fußballer der Welt nun teurer werde? „Das glaube ich nicht“, sagte Dreesen, „wir sind in der Detailarbeit. Das braucht halt ein paar Tage, wenn Juristen nochmal diese Feinheiten austauschen. Aber die wichtigen Themen haben wir alle schon vor der Ballon d’Or-Verleihung besprochen und auch ausgehandelt.“
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Die Verkündung der Verlängerung könnte demnach bald erfolgen, spätestens wohl auf der Jahreshauptsammlung am 21. November. Für Kane steht nun sogar in Aussicht, dass er in England zum Ritter geschlagen wird. „Unglaublich“ wäre das und er „wahnsinnig stolz“, wenn es wirklich so kommen sollte, sagte Kane. Dass er dann als „Sir“ angesprochen werden würde, „klingt zwar gut“, aber auch „komisch“, sagte Kane heiter, „belassen wir es jetzt erstmal bei Harry.“ Sprach’s und hielt bald darauf Auszug aus der Arena nach turbulenten Tagen, nach denen es ihm vorkam, als liege der 3:1-Sieg vom Sonntag in Freiburg „sechs Wochen“ zurück.






