Der FC Bayern ist nach zwei Frusterlebnissen auch ohne die Kommandos eines angeschlagenen Vincent Kompany von der Seitenlinie aus an die Tabellenspitze gestürmt. Beim 6:1 (3:0) gegen RB Leipzig saß der nach Club-Angaben „nicht ganz fitte“ Münchner Coach fast über die gesamte Spielzeit auf der Bank, statt wie gewohnt präsent in seiner Coachingzone zu stehen. Die Tor-Gala mit Dreifachtorschütze Luis Díaz als Hauptdarsteller dürfte ihm aber auch vom ungewohnten Platz gefallen haben.

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Der 40-Jährige erlebte, wie sich seine Stars nach zwei Unentschieden mit fünf Gegentoren an harm- und hilflosen Leipzigern nach Belieben austobten. Díaz (12. Minute/47./69.), Aleksandar Pavlovic (26.), Michael Olise (34.) und Harry Kane in einem Jubiläumsspiel (53.) dokumentierten mit ihren Toren den Klassenunterschied. Andrija Maksimovic (90.+1) erzielte nur den Ehrentreffer für RB.
Bayern mindestens für eine Nacht an der Spitze
Die Münchner nutzten das 0:0 von Borussia Dortmund beim 1. FC Union Berlin und schoben sich zumindest bis zum Spiel des SC Freiburg am Sonntag in Leverkusen auf den ersten Tabellenplatz vor. Es war die perfekte Einstimmung auf den Champions-League-Abend am Mittwoch gegen Titelkandidat FC Arsenal.
„Wir sind aus schwierigen Situationen immer stark zurückgekommen“, sagte Kompany schon vor dem Anpfiff am Sky-Mikrofon - und wurde beim spielfreudigen Auftritt der Bayern gegen den perfekten Aufbaugegner bestätigt. Im Interview und bei der herzlichen Umarmung von Leipzig-Coach Martin Demichelis, mit dem Kompany einst bei Manchester City zusammenspielte, war noch nichts von körperlichen Beschwerden zu merken.
Bayern-Trainer Kompany „nicht ganz fit“
„Er ist nicht ganz fit, darum sitzt er auch viel und darum haben wir auch besprochen, dass unsere Co-Trainer so ein bisschen mehr stehen heute. Also, er ist ein bisschen kränklich, auch ein bisschen angeschlagen“, sagte Sportdirektor Christoph Freund in der Pause bei Sky. Die Besprechung in der Kabine habe Kompany aber normal absolviert, „alles gut soweit“. Kompany nahm zur Halbzeit nicht den Weg über die Treppe in den Spielertunnel, sondern einen Ausgang im Stadion-Eck. Begleitet wurde er von Teamarzt Roland Schmidt und Kumpel und Assistent Rodyse Munienge.

An der Seitenlinie gab Co-Trainer Aaron Danks meist die Anweisungen für den Sturmlauf. Nachdem die Münchner in Augsburg (2:2) nach 8,4 und in Stavanger (3:3) nach 71 Sekunden in Rückstand geraten waren, hätte diesmal Díaz einen Blitzstart nach nicht einmal 120 Sekunden hingelegt. RB-Keeper Maarten Vandevoordt konnte da noch parieren.
100. Bundesliga-Spiel: Auch Kane trifft
Die erste Torchance gab gleich die Richtung vor, in die sich die gesamte Partie vor 75.000 Zuschauern entwickelte. Es ging fast nur auf das Leipziger Tor. In seinem 100. Bundesliga-Spiel glänzte Kane wiederholt als Vorbereiter. Nach dem Seitenwechsel durfte Englands Nationalmannschaftskapitän dann auch seinen eigenen Treffer bejubeln. Bundesliga-Tor Nummer 102.
Bei den schön herausgespielten Münchner Toren war viel Esprit und Spielwitz zu erkennen. Etwa beim 1:0 durch Díaz, als Kapitän Joshua Kimmich den Ball über die Leipziger Defensive hob. Oder beim 3:0, als Kane nach einem Doppelpass Olise bediente. Der Franzose, der nach seinem Platzverweis in Stavanger noch kritisiert worden war, glänzte diesmal wieder als Torschütze.
Vandevoordt im Leipziger Tor rückte immer wieder in den Fokus und war an diesem Abend der beste Gästespieler. Dagegen erlebte Jonas Urbig zwischen den Münchner Pfosten bis auf den Gegentreffer in der Nachspielzeit ein recht ruhiges Spiel. Der 23-Jährige vertrat erneut Manuel Neuer. Der 40-Jährige fehlte nach seinem Fauxpas in Augsburg schon in der Königsklasse, weil er etwas am Fuß spürte. Ob er gegen Arsenal wieder im Tor steht? dpa




