Diesen Abend wird Nicolò Tresoldi nie vergessen: Mit drei Toren schoss der 22 Jahre alte Mittelstürmer fast im Alleingang Club Brügge zum 4:3-Auswärtssieg gegen Inter Mailand in der Champions League. Tresoldi ist übrigens glühender Anhänger des Mailänder Stadtrivalen AC. Besser geht es nicht.

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„Marsmensch in San Siro“ titelte anschließend die Gazzetta dello Sport über den Durchstarter, dessen Karrierekurve seit dem Wechsel nach Belgien im Sommer 2025 durch die Decke geht. Seinen nächsten Klub wird sich Tresoldi nach der Saison unter Europas Elite aussuchen können, genauso wie das Land, dessen Trikot er künftig tragen wird. Zur Wahl stehen bekanntlich Deutschland und Italien.

Hoffnung machen darf dem DFB im Wettstreit mit den Italienern, dass Tresoldi sämtliche Länderspiele im Juniorenbereich mit dem Adler auf der Brust absolviert hat. Das aber muss nichts heißen. Der Knipser ist in Cagliari geboren, im zentralitalienischen Umbrien aufgewachsen. Wenn er spricht, ist sein italienischer Akzent deutlich herauszuhören.

Menschenfänger Klopp gefordert

In den kommenden Monaten werden vor allem Jürgen Klopp und Rudi Völler gefragt sein. Bundestrainer und DFB-Sportdirektor müssen alles dafür tun, dass sich Tresoldi im nächsten Jahr für die deutsche Nationalmannschaft entscheidet. Die Gabe des Menschenfängers Klopp, Spieler zu begeistern und mitzureißen, kann – so bleibt aus deutscher Sicht zu hoffen – dabei ein echter Trumpf sein.

Gelingt die „Mission Tresoldi“, wäre das weit wichtiger als ein Sieg gegen Italien auf dem Rasen. Es winkt eine Top-Lösung im deutschen Sturm für die nächsten zehn, zwölf Jahre.