Der FC Bayern hat eine Kunstrasen-Katastrophe im hohen Norden dank Harry Kane gerade noch abgewendet: Der Rekordmeister kam bei Champions-League-Neuling Viking Stavanger auf ungewohntem Untergrund aber nur zu einem wilden 3:3 (0:2) .Das enttäuschende Remis beim norwegischen Meister setzt die Bayern vor dem Gigantenduell mit dem englischen Meister FC Arsenal am kommenden Mittwoch unter Druck. Zu allem Überfluss fehlt Michael Olise, der wegen einer Unsportlichkeit Gelb-Rot (74.) sah.

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Stavanger, das am 1. Spieltag noch 1:3 beim VfB Stuttgart verloren hatte, erkämpfte sich durch Tore von Gianni Stensness (2.) und Peter Christiansen (38.) eine hochverdiente Pausenführung. Superstar Kane mit einem Doppelpack (54., Foulelfmeter und 60.) und Luis Díaz (71.) sorgten für die Wende, ehe der eingewechselte Herman Haugen (90.) die Münchner spät schockierte. Kane traf zum neunten Mal in der Königsklasse in Serie – Vereinsrekord!
Bayern-Sportvorstand Max Eberl hatte seine Mannschaft gewarnt
Der Platz, ein enges Stadion und das euphorische Publikum beim ersten Champions-League-Heimspiel in Vikings 127‑jähriger Klubgeschichte – „wir sollten schon aufmerksam sein“, hatte Sportvorstand Max Eberl noch gewarnt. Doch seine Worte verhallten, die Bayern legten wie am vergangenen Samstag beim FC Augsburg (2:2) einen Fehlstart hin.
Hatte es da nur 8,4 Sekunden gedauert, schlug der Ball diesmal „erst“ nach 72 Sekunden und einer Ecke des Ex-Fürthers Zlatko Tripic ein. Stensness setzte sich gegen Jonathan Tah und Min-Jae Kim durch und ließ Jonas Urbig keine Chance. Der Jung-Nationalspieler vertrat zum dritten Mal in dieser Saison den angeschlagenen Routinier Manuel Neuer (Fuß), der drei Tage zuvor noch so schwer gepatzt hatte.
Wütende Gegenangriffe des FC Bayern
Die Bayern antworteten mit wütenden Gegenangriffen. Konrad Laimer und Lennart Karl, zwei der insgesamt sechs Neuen in der Startelf, hatten frühe Chancen. Die Münchner schnürten Stavanger phasenweise im eigenen Strafraum ein, agierten aber zu einfallslos und wurden selten zwingend. Der Untergrund war ein Hemmnis: Manche Seitenverlagerung klappte auf dem schnellen Rasen nicht wie gewohnt. Harry Kane (34.) vergab per Kopf die beste Ausgleichsmöglichkeit. Viking verlegte sich auf Konter – und kam so zum 2:0, als Nathaniel Brown den Torschützen Christiansen ziehen ließ.
Die Bayern bäumten sich auf, Kane verkürzte nach einem Foul an Laimer. Der Torjäger (57.) hatte auch das 2:2 auf dem Kopf, der Druck nahm zu. Und erneut war es Kane, der zuschlug. Díaz gelang sogar die Wende. Es wurde hektisch. Olise warf Tripic den Ball an den Kopf und wurde des Feldes verwiesen. Und nach Ballverlust von Joshua Kimmich traf Haugen spät.
RB Leipzig hält dem Druck stand
Anders als die Bayern hat RB Leipzig dem Druck standgehalten und nach der Gala in der Fußball-Bundesliga international nachgelegt. Die Mannschaft von Trainer Martin Demichelis setzte sich drei Tage nach dem furiosen 6:0-Triumph über Eintracht Frankfurt mit 1:0 (0:0) gegen die PSV Eindhoven durch – nach dem ersten Erfolg in der Königsklasse können die Roten Bullen vorerst aufatmen.
Brajan Gruda (75.) traf für die Leipziger, die Wiedergutmachung für den Fehlstart vor gut einem Monat bei Como 1907 (1:4) betrieben. Torhüter Maarten Vandevoordt trug mit einer starken Reaktion beim Handelfmeter von Ex-Bundesligaprofi Ivan Perisic (19.) maßgeblich zum Erfolg bei, der dem Team von Demichelis weiter Selbstvertrauen für die nächsten Herausforderungen geben dürfte: Am Samstag (18.30 Uhr/Sky) geht es für die Sachsen in der Bundesliga zum Rekordmeister Bayern München, vier Tage später wartet Real Madrid in der Königsklasse.
PSV machte ordentlich Druck gegen Leipzig
Beim überzeugenden Auftritt gegen Frankfurt am vergangenen Samstag habe seine Mannschaft „eine Bestätigung“ erhalten, die nun „eine Verpflichtung sein“ müsse, hatte Demichelis vor der Partie betont. Leipzig war vor 43.187 Zuschauern in der Red Bull Arena von Beginn an bemüht, den Worten des Trainers Taten folgen zu lassen und erarbeitete sich gleich die erste große Chance: Eindhoven klärte eine Flanke unzureichend, Ridle Baku zwang PSV-Keeper Matej Kovar zu einer starken Parade (4.).
Doch auch die Gäste machten ordentlich Druck, Vandevoordt war in der Anfangsphase mehrfach gefordert – und verhinderte einen frühen Rückschlag: Einen mittig geschossenen Handelfmeter von Perisic wehrte der Belgier auf dem Weg in die linke Ecke noch mit der Fußspitze ab (19.). Zuvor war der Ball Baku, der im Sprung leicht gestoßen worden war, auf den ausgestreckten Arm gefallen. Schiedsrichter Nicholas Walsh hatte nach Ansicht der Bilder auf Strafstoß entschieden.
RB Leipzig arbeitete sich wieder in die Partie gegen PSV
In der Folge hatte Eindhoven zunächst mehr vom Spiel. Doch Leipzig arbeitete sich nach und nach wieder in die Partie. Vor allem Antonio Nusa sorgte über den linken Flügel immer wieder für Tempo. Auf der rechten Seite drehte Gruda, der nach überstandener Bauchmuskelzerrung wieder in der Startelf stand, kurz vor der Pause auf. Nach einer Einzelaktion scheiterte der 22-Jährige an Kovar (39.), wenig später dribbelte er an mehreren Gegenspielern vorbei zur Grundlinie und legte zurück auf Neil El Aynaoui, der den Ball jedoch weit über das Tor jagte (45.+2).
Auch im zweiten Durchgang suchten beide Mannschaften den Weg nach vorne. Doch sowohl Kovar, als auch Vandevoordt zeigten sich zwischen den Pfosten zunächst weiterhin hellwach. Gruda erlöste die Leipziger in der Schlussphase. Der Treffer zum vermeintlichen Ausgleich durch Pascal Obispo (82.) zählt wegen einer Abseitsstellung nicht. sid




