Es ist noch gar nicht lange her, da war eine deutsche Nationalmannschaft ohne Joshua Kimmich kaum vorstellbar. Und auch für Jürgen Klopp gab es bei seinem Amtsantritt offenbar wenig zu diskutieren: Kimmich, unter Julian Nagelsmann noch auf der rechten Abwehrseite eingesetzt, rückte wie selbstverständlich wieder dorthin, wo er sich selbst am wohlsten fühlt – ins zentrale Mittelfeld.

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Doch genau dort könnte es jetzt plötzlich eng werden. Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic haben zuletzt eindrucksvoll vorgespielt, wie die Zukunft im deutschen Zentrum aussehen könnte. Jung, technisch stark, mutig – und vor allem mit einer Selbstverständlichkeit, die bemerkenswert ist. Das Duo harmonierte, ergänzte sich und brachte eine Dynamik ins deutsche Spiel, die Lust auf mehr machte.

DFB: Kimmich als Schaltzentrale war Klopps erste Maßnahme – doch die Konkurrenz begehrt auf

Deshalb geht es am Sonntag gegen Griechenland um mehr als nur das nächste Länderspiel. Es geht auch um die Kimmich-Zukunft.

Denn Klopp hat mit seiner ersten großen Personalentscheidung ein klares Signal gesendet. Kimmich sollte nicht länger Rechtsverteidiger sein, sondern wieder Schaltzentrale. Der 31-Jährige bekam seine Lieblingsposition zurück – und damit eigentlich auch die Chance, das deutsche Spiel wieder stärker zu prägen.

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Nur hat sich die Konkurrenzsituation verändert. Klopp muss sein Mittelfeld nicht zwangsläufig um Kimmich herum bauen. Mit Bischof und Pavlovic drängen zwei Spieler nach vorne, die nicht irgendwann einmal interessant werden könnten, sondern schon jetzt Ansprüche anmelden. Dazu auch die frischberufenen Vitaly Janelt und Mika Baur. Der etablierte Felix Nmecha nicht zu vergessen.

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Genau deshalb wird der Auftritt gegen Griechenland so spannend. Bestätigen Bischof und Pavlovic ihren furiosen Eindruck? Funktioniert ihre Mischung aus Ballsicherheit, Tempo und Spielfreude erneut? Dann müsste sich selbst ein Joshua Kimmich der Frage stellen, ob sein Platz im Zentrum tatsächlich so selbstverständlich ist, wie es nach Klopps Amtsantritt zunächst wirkte.

DFB: Kimmich sollte niemals vorzeitig abgeschrieben werden

Kimmich abzuschreiben, wäre nach seinen Leistungen und seiner Erfahrung völlig vermessen. Aber sein Status verändert sich. Aus einer vermeintlichen Positionsfrage könnte eine echte Konkurrenzsituation werden.

Und die besitzt eine besondere Pointe: Klopp holte Kimmich von rechts zurück ins Zentrum. Nun könnten ausgerechnet zwei Youngster dafür sorgen, dass dort eine Diskussion beginnt, die eigentlich längst beendet schien. Am Sonntag spielen Bischof und Pavlovic deshalb nicht nur gegen Griechenland. Sie spielen auch darum, wie selbstverständlich Joshua Kimmich künftig noch in Deutschlands Mitte gehört.