Ikone Dirk Nowitzki klatschte freudig, die Basketballerinnen genossen die spontane Party in der Arena von Berlin: Deutschlands Frauen sind erstmals in ihrer Historie ins WM-Viertelfinale gestürmt und greifen nach den Medaillen. „Wir sind im Viertelfinale, das ist schon mal super. Jetzt können wir uns einen Tag mal ausruhen“, sagte Bundestrainer Olaf Lange nach dem überdeutlichen 94:56 gegen völlig chancenlose Südkoreanerinnen.

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Nach der Pause wartet am Donnerstag (17.45 Uhr/ProSieben Maxx und MagentaSport) in der Runde der letzten Acht Europameister Belgien, gegen den man im EM-Viertelfinale vor einem Jahr mit 24 Punkten Unterschied verlor. „Wir waren in den letzten Spielen total souverän“, sagte Frieda Bühner, die 17 Punkte beisteuerte. Beste Werferin war Kapitänin Marie Gülich mit 19 Zählern. „Belgien ist ein anderes Kaliber“, fügte Bühner an.

Nowitzki sah aus der Loge einen ungefährdeten Erfolg auf dem Weg ins Viertelfinale. „Heute habe ich nicht viel zu meckern. Wir haben herausragend verteidigt, mit sehr viel Engagement und Herz gespielt. Das ist nicht einfach gegen so ein Team. Ich war sehr, sehr zufrieden“, sagte Lange. Bühner sagte, sie spüre nach dem Auftritt vor 6225 Zuschauern „ein wenig Gänsehaut“.

Am Donnerstag soll die Party weitergehen. Gegen die Mannschaft um Superstar Emma Meesseman, die als Gruppensieger direkt weiterkam, ist das deutsche Team aber Außenseiter. Nach der klaren Auftaktniederlage gegen Spanien war es der dritte deutsche Sieg in Serie.

DBB-Frauen mit selbstbewusstem Auftritt

Die DBB-Auswahl trat von Anfang an voller Überzeugung auf. „Wir haben unser Selbstvertrauen gefunden“, hatte Lange vor der Partie gesagt. „Im ersten Spiel gegen Spanien waren da noch viele Zweifel. Aber durch die Siege gegen Japan und Mali haben wir unseren Glauben gefunden und glauben mehr an unsere Stärken.“

Gegen die deutlich kleineren Südkoreanerinnen spielte das deutsche Team die körperliche Überlegenheit von Beginn an geschickt aus. Die Gastgeberinnen zogen immer wieder zum Korb und waren von ihren Gegenspielerinnen kaum zu stoppen. Schon nach dem ersten Viertel lag Deutschland mit neun Punkten vorne (23:14), zur Halbzeit war die Partie beim Stand von 46:29 praktisch bereits entschieden.

Nach dem Seitenwechsel baute Deutschland den Vorsprung kontinuierlich aus. Im dritten Viertel wuchs die Führung auf über 30 Punkte an. Auch, weil die Südkoreanerinnen schwach aus der Distanz trafen. Nowitzki konnte die Partie so gelassen in einer Loge der Uber Arena verfolgen. Der NBA-Champion von 2011 wird auch zum Viertelfinale gegen Belgien wiederkommen. Dann dürfte er eine deutlich spannendere Partie erleben. dpa