Inmitten des großen Machtkampfs im Weltfußball versammeln sich Europas Top-Klubs zu einem der wichtigsten Termine des Jahres in Monaco. Die Auslosung der Champions League am heutigen Donnerstag (18 Uhr, DAZN/ZDF-Stream/Sky) bildet den glamourösen Auftakt zur nächsten Saison im Milliardengeschäft der Königsklasse. 

Donnerstag

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Noch bevor die vier deutschen Starter erfahren, ob einer der Gegner vielleicht Real Madrid, FC Liverpool oder Titelverteidiger Paris Saint-Germain sein wird, geht es im Fürstentum angesichts der europäischen Opposition gegen Fifa-Chef Gianni Infantino auch um Fußball-Politik. 

Die deutschen Teams

Die Bundesliga ist in dieser Saison wieder mit einem Quartett in der Königsklasse am Start. Meister FC Bayern München, Vize Borussia Dortmund, RB Leipzig und der VfB Stuttgart, die auf den Plätzen drei und vier in der Bundesliga einliefen, holten sich das Startrecht. Einen möglichen fünften Platz konnten sich die deutschen Klubs nicht sichern. Die Zusatzslots für die erfolgreichsten Nationen gingen an England und Spanien.

Die Auslosung und der Modus 

Ehrlicherweise wird gar nicht mehr gelost, sondern alles per Computer errechnet. Die 36 Teilnehmer wurden nach der Uefa-Klub-Rangliste in vier Töpfe aufgeteilt. Der deutsche Fußball teilt sich auf die vier Töpfe auf (Bayern/1, Dortmund/2, Leipzig/3 und Stuttgart/4). 

Bayern München - Paris Saint-Germain
Luis Díaz (l.) und der FC Bayern scheiterten in der vergangenen Saison im Halbfinale der Champions League an Titelverteidiger Paris Saint-Germain.© Sven Hoppe/dpa | Sven Hoppe

Jedes Team bekommt zwei Gegner aus jedem Topf, auch dem eigenen, zugeteilt, mit einem Heim- und einem Auswärtsspiel. Daraus resultieren acht Partien für die Ligaphase. Zum Abschluss sind die acht besten Teams direkt für das Achtelfinale qualifiziert. Die Mannschaften auf den Plätzen neun bis 24 gehen in die Playoffs. Anschließend geht es im K.o.-Modus weiter. 

Die Termine

Frühestens am Samstag wird der Spielplan von der Uefa verkündet. Der erste Spieltag zieht sich über drei Tage vom 8. bis 10. September. Abgeschlossen wird die Ligaphase am 27. Januar. Der nächste Königsklassensieger wird am 5. Juni 2027 im Estadio Metropolitano in Madrid gekürt. 

Das Geld 

Kassiert wird wieder kräftig. 4,4 Milliarden Euro Umsatz erwartet die Uefa aus der Champions-League-Saison. 2,467 Milliarden Euro werden nach verschiedenen Kriterien an die 36 Teilnehmer ausgeschüttet. 

Die wichtigsten Eckpunkte sind: 18,62 Millionen Euro Startprämie pro Klub. In der Gruppenphase gibt es 2,1 Millionen Euro pro Sieg und 700.000 Euro pro Remis. In der K.o.-Phase gibt es Rundenprämien von einer Million Euro für die Playoffs bis zu 63,5 Millionen Euro in Summe für den späteren Sieger. Ein weiterer Topf vergibt Anteile zwischen 33,66 Millionen Euro und 935.000 Euro abgestuft von Platz 1 bis 36 nach dem Vermarktungsanteil der teilnehmenden Klubs. Ein sattes Geschäft. 

Die Politik 

Kurz vor der Los-Gala steht die Fußball-Politik im Mittelpunkt. In einem Top-Hotel wenige Minuten vom Grimaldi-Forum entfernt treffen sich Europas Spitzenfunktionäre um Uefa-Boss Aleksandar Ceferin mit Vertretern der 55 Mitgliedsverbände. Das wichtigste Thema: Natürlich die Fifa-Krise und die Strategie zur erhofften Ablösung von Weltverbandschef Gianni Infantino. Aus Deutschland werden DFB-Präsident Bernd Neuendorf und sein Vize Hans-Joachim Watzke erwartet, der auch im Uefa-Exekutivkomitee sitzt. 

Gianni Infantino und Aleksander Ceferin
Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (r) und Fifa-Präsident Gianni Infantino sind inzwischen Gegner.© Darko Vojinovic/AP/dpa | Darko Vojinovic

Im Fürstentum wird aber (noch) kein potenzieller neuer Fußball-Herrscher auserkoren, der den umstrittenen Schweizer bei der Präsidentschaftswahl am 18. März 2027 herausfordern könnte. Die Strategie ist zunächst, Infantino mit einem Forderungskatalog für Good Governance, also die korrekte Amtsführung, einzudecken. Man wolle den Schweizer in die Enge treiben, hört man. Angeblich wird auch weiter nach Fehlern in seiner Funktionärsvita auch zu seinen Uefa-Zeiten gesucht, die ihn zu Fall bringen könnten. dpa