Die Frage wird mit heiligem Ernst debattiert, zumindest in den Sozialen Medien. Fast sektenartig geht es da zu, die Fans des einen überziehen die Anhänger des anderen mit wüsten Schmähungen und mehr oder weniger kreativen Beschimpfungen. Die Frage, um die es da geht, lautet: Wer ist der bessere, Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi?

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Dass die beiden die größten Fußballer dieses Jahrtausends sind, ist wohl unbestritten. Beide haben den Weltfußball in den zurückliegenden 20 Jahren auf ihre eigene Art geprägt, nein: dominiert. Zeitweise haben sie die Weltfußballertitel untereinander aufgeteilt und die Champions League gleich mit. Das hat sie zu globalen Superstars gemacht. In jedem abgelegenen Winkel der Welt findet man Menschen, die mit Messi- oder Ronaldo-Trikot unterwegs sind – egal ob von Barcelona, Real Madrid, Inter Miami oder Al-Nassr. Auf jedem Bolzplatz finden sich Jungen und Mädchen, die ihre Tricks nachzumachen versuchen.
Wer also ist der bessere? Man konnte über die Jahre durchaus Argumente für beide finden. Spätestens mit dieser Weltmeisterschaft aber ist die Frage geklärt – wenn sie es nicht schon 2022 war, als Messi die WM und damit den einen ihm und auch Ronaldo noch fehlenden Titel gewann. Ronaldo wird nicht mehr Weltmeister werden, Messi hat nun die Chance, den Titel sogar zu verteidigen. Er ist der Größere von beiden, da gibt es spätestens jetzt keinen Zweifel mehr. Aber es ist nicht der Mannschaftserfolg allein, der die beiden separiert. Es ist auch die Art und Weise, wie der Erfolg (oder im Fall Portugal der Misserfolg) zustande kam.
Lionel Messi ist besser gealtert als Cristiano Ronaldo
Beide Stars sind nicht mehr auf der absoluten Höhe ihres Schaffens, das ist unübersehbar. Ebenso unübersehbar aber ist, dass es Messi gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen viel besser gelungen ist, damit umzugehen. Er war ja immer der etwas begnadetere Fußballer, der noch bessere Dribbler und Wusler, dem der Ball noch eine Spur besser gehorchte. Er dominierte das Spiel, indem er im Zweifel zwei, drei, vier Gegner auf engstem Raum umkurvte. Ronaldo war der größere Athlet, der mit unermüdlichem Training das maximal Mögliche aus seinem Körper herausholte, der schneller lief, härter schoss und höher sprang als die Gegner. Und den es da umso härter trifft, wenn der Körper nachlässt.
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Auch Messi musste seine Glanzmomente bei diesem Turnier dosierter setzen, aber sie waren noch immer da. Vor allem aber fügte er sich in ein Mannschaftsgefüge. Wenn er schon nicht mehr vier, fünf Gegenspieler stehenlassen und den Ball selbst reinschießen kann, dann flankt er eben punktgenau auf den Kopf des Mitspielers und der vollendet. Zu diesem Wandel war Ronaldo nicht mehr fähig, er wollte weiter im Mittelpunkt stehen und wurde so zum Hemmschuh seines Teams. Weil er nicht loslassen konnte, hat er das eigene Denkmal bröckeln lassen und die Frage nach dem größten Fußballer unserer Zeit beantwortet.








