Natürlich wurde Dan Twardzik nach seinem Wunschgegner für die erste DFB-Pokalrunde gefragt. Seine Antwort überraschte. „Sicher sind Bayern München und der BVB immer die Klassiker, die man nennt“, sagte der Trainer der VSG Altglienicke, „aber für mich sind es auch die Berliner Vereine, mit denen man sich mal messen möchte, nicht nur auf Testspielbasis.“ Altglienicke gegen Bundesligist Union Berlin oder Zweitligist Hertha BSC – ein Derby, das Berlin sicher guttun dürfte.

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Dass die VSG sich darüber Gedanken machen kann, liegt an einem wahren Drama im Mommsenstadion. Mit 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung setzte sich Altglienicke vor 7639 Fans gegen den BFC Dynamo durch. In Unterzahl, nachdem Mehmet Ibrahim in der 88. Minute Gelb-Rot gesehen hatte. Und nach einem Rückstand, den sich die VSG selbst zuschreiben muss.

Dynamo nutzt ein Geschenk zur Führung

Die VSG zeigte mit teils schönen Kombinationen, warum sie im Spieljahr 2025/26 die Nummer drei im Berliner Fußball ist. Nur vor dem Tor war man zu ungenau. Das spielte dem BFC in die Karten. Denn, so Dynamo-Coach Sven Körner: „Was wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, war nicht zufriedenstellend.“ Vor allem die fehlende Intensität wurde bemängelt.

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Der Regionalliga-Zwölfte verlegte sich vor allem aufs Verteidigen. Das funktionierte, weil Torwart Nicolas Ortegel einen Sahnetag erwischte. Beim Kopfball von Jonas Neitfeld tauchte er im richtigen Moment ab (36.), den Schuss von Tim Rieder fischte er oben rechts aus dem Winkel (37.). Auch in der zweiten Halbzeit war es Ortegel, der den BFC im Spiel hielt.

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Was ebenso half, war die eigene Führung. Sieben Minuten waren gespielt, als der BFC einen Konter setzte. Dabei profitierten die Hohenschönhauser vom indiskutablen Abwehrverhalten der VSG. Ivan Knezevic nutzte das Geschenk zum 1:0 für Dynamo (7.).

Altglienickes Torwart Zwick hält Elfmeter

Ab diesem Moment legte Altglienicke bei sommerlichen 28 Grad eine bemerkenswerte Energieleistung hin. „Das haben wir natürlich thematisiert, dass der Kopf extrem wichtig sein und der Körper irgendwann nachgeben wird“, erklärte Twardzik. Dieser Kraftakt, vor allem in der Verlängerung und in Unterzahl, „ist einfach die mentale Stärke der Jungs“, sagte der Coach.

VSG Altglienicke - BFC Dynamo
Ogulcan Tezel (l.) und Patrick Knapp von der VSG Altglienicke nehmen Leander Fritzsche vom BFC Dynamo in die Zange.© Matthias Koch/dpa | Matthias Koch

Schon der Ausgleich in der zweiten Nachspielminute der ersten Halbzeit durch Sydney Sylla untermauerte Geduld und Nervenstärke. Zumal vorher das vermeintliche 1:1 durch Tim Rieder wegen Abseits aberkannt worden war (38.). Eine Fehlentscheidung, denn der Eckball, aus dem der Treffer entstand, wurde durch Dynamos Knezevic zu Rieder verlängert.

Auch die Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Sven Schörder kurz nach Wiederbeginn war diskutabel. Ein harmloses Duell zwischen Dominik Schickersinsky und Willi Reincke endete im Strafraum mit dem Fall von Dynamos Reincke. Doch es wurde noch kurioser.

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Leandro Putaro wollte den Strafstoß ausführen, als Trainer Körner ihn für Rufat Dadashov auswechselte. Der eingewechselte Stürmer scheiterte an VSG-Torwart Luis Zwick (50.). Körner: „Diese Entscheidung nehme ich auf meine Kappe. Man muss aber auch sagen, dass Dadashov eine extreme Qualität bei Elfmetern hat. Wir wollten dieses Momentum einfach für uns nutzen.“

Das tat in der 102. Minute Altglienickes Jonas Nietfeld mit dem Siegtor. Nach dem Abpfiff verhinderte die Polizei einen Platzsturm der Dynamo-Anhänger.