Der Pokal funkelte golden und stand direkt im Blickfeld der Protagonisten. Auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalfinale in Berlin haben sich am frühen Samstagabend Trainer Vincent Kompany und Joshua Kimmich für den FC Bayern München sowie Coach Sebastian Hoeneß und Atakan Karazor erklärt.

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Mit dem Objekt der Begierde vor Augen herrschte die typisch angespannte Stimmung vor großen Finalspielen – bis zu einer Kampfansage des VfB-Kapitäns Karazor. „Letztes Jahr habe ich im ersten Spiel ein Elfmetertor gemacht und wir haben den Pokal geholt“, sagte der Stuttgarter Mittelfeldspieler. „Und dieses Jahr habe ich im ersten Spiel wieder ein Elfmetertor gemacht...“

DFB-Pokalfinale 2026: Erste Runde gutes Omen für die Stuttgarter?

Das entlockte Kimmich auf der anderen Seite des Podiums ein schlemisches Grinsen – aber Karazor hatte eben nun mal tatsächlich recht. In der Saison 2024/25 setzte er in der ersten Runde für die Stuttgarter per Elfmetertreffer den Schlusspunkt beim 5:0 gegen Preußen Münster. Im Endspiel folgte der 4:2-Erfolg gegen Arminia Bielefeld. In dieser Spielzeit musste der VfB in der ersten Runde bei Zweitligist Eintracht Braunschweig bis ins Elfmeterschießen – und auch da traf Karazor.

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Ob das als gutes Omen für das diesjährige Finale herhält, bleibt abzuwarten. Die Stuttgarter jedenfalls präsentierten sich am Freitagabend als bissiger Außenseiter. Während aber natürlich auch die Bayern, wie immer, vor Selbstbewusstsein strotzten.

Bayern München muss ohne Manuel Neuer bestehen

Und das, obwohl sie die Entscheidung treffen mussten, dass Stammtorhüter Manuel Neuer wegen seiner im Bundesligaschlussspurt erlittenen Wadenverletzung nicht zum Einsatz kommen kann. Zu groß ist für den 40-Jährigen das Risiko einer schwereren Blessur mit Blick auf die anstehende Weltmeisterschaft, die für Neuer aber nicht in Gefahr geraten sein soll.

Stattdessen wird Jonas Urbig im Pokalfinale zwischen den bayrischen Pfosten stehen. „Wir vertrauen dem Jungen unglaublich“, stärkte Bayern-Coach Kompany seinen Schlussmann.

Eine vorzeitige Bilanz der Saison, in der die Bayern die Bundesliga nach Belieben dominiert hatten, aber im Champions-League-Halbfinale an Paris Saint-Germain gescheitert waren, wollte der belgische Trainer nicht ziehen: „Ich habe wirklich Bock auf einen Sieg. Das ist das Einzige, was zählt, nicht die Analyse.“

Kompany über Guardiola: „Hunger, Trainer zu werden, habe ich Pep zu verdanken“

Etwas länger musste der 40-Jährige überlegen, als er nach dem Rücktritt seines früheren Coachs Pep Guardiola bei Manchester City befragt wurde. Der ehemalige Innenverteidiger hatte unter dem spanischen Erfolgstrainer 62 Pflichtspiele für die Engländer absolviert.

„Dieses Vertrauen, den Glauben, dass ich Trainer werden könnte, habe ich von Pep“, erklärte Kompany und ergänzte:. „Ich war vielleicht nicht der Spieler in der Kabine, der sein bester Freund oder geliebt war, aber ich habe seiner Führungsart unglaublich vertraut.“ Vor allem diesen „absoluten Willen, alles gewinnen zu wollen“ habe er bei Guardiola erkannt, so Kompany. „Ich weiß, dass ich diesen Hunger, Trainer zu werden, Pep zu verdanken habe“, sagte der Bayern-Coach.

Karazor: „Ich hatte Muskelkater“

Für noch mehr große Lacher sorgte dann zum Ende der Pressekonferenz ein Kinderreporter. Die Frage an Stuttgarts Kapitän Karazor war angesichts der Erfahrung aus der vergangenen Spielzeit, wie schwer der DFB-Pokal eigentlich ist. „Sehr schwer“, antwortete der Mittelfeldspieler augenzwinkernd, „ich hatte Muskelkater.“

Und wie ist das eigentlich, lieber Herr Kompany, kann man vor so einem großen Spiel gut schlafen? „Vor Spielen schlafe ich immer am besten“, sagte der Bayern-Trainer, „diese Routine habe ich aus meiner Zeit als Spieler behalten. Ich freue mich auf heute Nacht.“