Die Wade der Nation gehört dieser Tage Manuel Neuer. Der Torhüter des FC Bayern München ist seit Donnerstag offiziell die Nummer eins im Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der anstehenden Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Doch eine Wadenverletzung verhindert jetzt den Einsatz des 40-Jährigen im letzten großen Spiel vor Turnierstart.

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Am Samstag trifft der FC Bayern im Endspiel um den DFB-Pokal auf den VfB Stuttgart (Anstoß 20 Uhr, ARD und Sky) – und muss dabei auf Neuer verzichten. An seiner Stelle wird Jonas Urbig das Tor des Rekordpokalsiegers hüten. Die WM soll für Neuer aber nicht in Gefahr sein.
Auch ohne den Weltmeisterkeeper von 2014 wird das Finale im Berliner Olympiastadion zum großen Schaulaufen der deutschen WM-Fahrer. Sechs weitere Bayern-Profis und vier Stuttgarter gehören zum Aufgebot des DFB. Sie alle wollen sich für Spielzeit beim Turnier in Amerika empfehlen. Wegen der großen Spielerblöcke aus dem Süden der Bundesrepublik hatte Nagelsmann sogar den Start in die WM-Vorbereitung auf Mittwoch verschoben.
DFB-Pokalfinale: FC Bayern ist Favorit gegen VfB Stuttgart
Nicht nur die geballte Zahl deutscher Nationalspieler belegt: Das Endspiel um den deutschen Cup hätte kaum höherklassigere Finalteilnehmer hervorbringen können. Und doch war wohl selten ein Titelverteidiger so sehr Außenseiter wie der VfB Stuttgart in diesem Jahr.
„Bayern hat die Favoritenrolle. Wir akzeptieren die Rolle, die wir bekommen, und mit der können wir auch umgehen“, erklärte Stuttgarts Kapitän Atakan Karazor. In drei Pflichtspielduellen waren die beiden Südklubs in dieser Saison aufeinandergetroffen – immer siegten die Münchner.
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Einem 2:1 im Supercup zu Beginn der Spielzeit ließ der Rekordmeister ein 5:0 in Stuttgart und ein 4:2 in München folgen. Beim jüngsten Triumph in München sicherte sich die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany zudem die Meisterschale. Die VfB-Auswahl will nach zwei Gastrollen bei bajuwarischen Titelfeiern „am liebsten den dritten vermiesen“, wie Karazor ankündigte.
VfB Stuttgart gewann DFB-Pokal im Vorjahr
Dabei setzt der VfB auf einen Erfahrungsvorsprung. Schließlich siegten die Stuttgarter mit ihrem Coach Sebastian Hoeneß erst im Vorjahr am selben Ort im Pokalfinale gegen Arminia Bielefeld (4:2). Dazu kommt der Rückenwind aus der am letzten Spieltag geglückten Qualifikation für die Champions League.
Die erfolgsgewöhnten Bayern hingegen nahmen seit 2020 (4:2 gegen Leverkusen) nicht mehr am Endspiel um den goldenen Pott teil. Die Sehnsucht nach dem Pokal ist groß.

„Nicht jeder von den Bayern-Spielern stand auf dieser Bühne“, weiß auch Karazor und fügt hinzu: „Wir werden uns da ein bisschen besser auskennen als manch anderer Spieler auf der anderen Seite. Ich denke, das wird etwas ausmachen können. Es hat vielleicht ein bisschen was mit der Nervosität zu tun.“
Auf der Gegenseite kennen lediglich Joshua Kimmich und Leon Goretzka sowie die verletzten Manuel Neuer, Serge Gnabry und Alphonso Davies das Gefühl eines Pokalfinals.
Harry Kane steht erstmals im DFB-Pokalfinale
„Keine Mannschaft dieser Welt ist unschlagbar. Das gilt auch für Bayern München“, kündigt Karazor selbstbewusst an. Sollte der in der Bundesliga zuletzt rotgesperrte Defensivspieler im Pokalendspiel zum Einsatz kommen, bekommt er es mit Bayerns Topstürmer Harry Kane zu tun.
„Wir müssen dieses Spiel gewinnen, um sagen zu können, dass wir einen Schritt vorwärtsgemacht haben“, blickte der 32-Jährige auf sein erstes DFB-Pokalfinale voraus. Für Kane soll es im Olympiastadion besser laufen als im letzten großen Endspiel in Berlin. 2024 unterlag der Angreifer mit der englischen Nationalmannschaft im EM-Finale Spanien 1:2.





