Ein Schlag auf den Rücken. Einer ins Gesicht. Dann springt Mia Beermann mit beiden Beinen in die Luft – und landet auf der Tatami, der Wettkampfmatte. Judo heißt wörtlich ins Deutsche übersetzt „sanfter Weg“. Doch das Ritual vor Kampfbeginn der geborenen Potsdamerin ist alles andere als sanft.

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Für die 16-jährige Judoka vom Polizei-Sport-Verein Berlin gehören der Klaps ihres Trainers auf den Rücken und ihr eigener Schlag ins Gesicht fest zur Vorbereitung auf den Wettkampf. Einmal hat sie darauf verzichtet – und verloren. „Seitdem mache ich das immer“, sagt sie und klingt amüsiert.
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Wie Mia Beermann deutsche Meisterin wurde
Anfang März wurde Beermann in Leipzig deutsche Meisterin der U18 in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm. Dafür wurde sie nun zur Nachwuchssportlerin des Monats Mai gekürt. Die 1,59 Meter große Kämpferin ordnet ihrem Sport fast alles unter. Ihre Mutter, früher selbst Judoka, brachte ihre Tochter vor fast zehn Jahren zu der Kampfsportart und unterstützt sie bis heute in jeder Hinsicht.

„Judo ist fast mein Leben“, sagt Beermann. Die Neuntklässlerin vom Hannah-Arendt-Gymnasium in Potsdam steht morgens um 5.30 Uhr auf – nicht für die Schule, sondern um vor dem Unterricht Kraft, Technik und Ausdauer zu trainieren. „Man muss es machen, sonst kommt man nicht hinterher.“ Fünf- bis sechsmal pro Woche steht sie auf der Matte, jede Einheit dauert drei Stunden.
Was sie am Judo fasziniert? „Jeder Kampf ist anders. Man braucht immer neue Techniken und Griffe.“ Die Schule leidet trotzdem nicht. Beermann plant ihre Lernzeiten bewusst. Auf dem Weg zum Training und zurück büffelt sie in der Bahn.
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Beermanns Ziel: Europa- und Weltmeisterschaften
All das braucht Disziplin – und die hat Beermann im Judo gelernt. Dazu kommt Selbstvertrauen. „Ich muss an mich glauben, um zu gewinnen“, sagt sie. Früher habe sie sich manchmal schon vor dem Wettkampf aufgegeben. Diese Zeiten seien vorbei – spätestens seit dem Titel der deutschen Meisterin.

Ihre nächsten Ziele: Europa- und Weltmeisterschaften. Was sie dabei tragen wird, weiß sie schon: „Ich habe so gelbe, dicke Socken, die ich immer anziehen muss. Und immer das gleiche Top.“ Die Glückssocken, der Klaps, der Schlag – wer gegen Mia Beermann antritt, sollte sich gut vorbereiten.
Jeden zweiten Dienstag im Monat stellen wir Berlins Nachwuchssportler des Monats vor. Alles zur Wahl und Stimmabgabe unter www.morgenpost.de/nachwuchssportler.







