Der Slogan klingt schon mal nach einem großen Projekt: „Berlin, vereint euch.“ Aber zweifelsohne ist es das ja auch: Die Rettung der „Fußball-Woche“ geht in die entscheidende Phase. Nach 102 Jahren des Erscheinens musste die lokale Fußballzeitung im vergangenen Herbst aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Jetzt hat das Crowdfunding zum Restart begonnen.

Donnerstag

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„Wir wollen jetzt über diese Kampagne sehen, ob es funktioniert“, sagte Tino Loest am Donnerstag bei einer extra einberufenen Pressekonferenz in der stadtbekannten Fußballkneipe „FC Magnet Bar“. Loest ist Versicherungsunternehmer und hat nach dem Produktionsende die Vermögenswerte der GmbH übernommen. Als Retter hat er zahlreiche Gespräche geführt, um den Restart der „FuWo“ in Gang zu bringen.

Fußball-Woche will beim Crowdfunding zunächst 100.000 Euro einsammeln

Auch eine klassische Anzeigenfinanzierung ist geplant. Aber um die „Fußball-Woche“ tatsächlich zurückzubringen, sollen zunächst 100.000 Euro über das Crowdfundig eingespielt werden. „Mit diesem Betrag starten wir die Fußball-Woche als zeitgemäßes digitales Medium und legen das Fundament für ein ergänzendes Printangebot ab dem Saisonstart 2026/27“, heißt es auf der Startnext-Kampagnenseite.

Das Comeback ist für die neue Saison geplant. Loest will je ein Sonderheft für die Männer- und für die Frauen-Ligen herausbringen. Er weiß aber auch: „Dafür müssten wir eigentlich gefühlt übermorgen starten.“ Noch beruht die ganze Initiative allein auf ehrenamtlichem Engagement.

Fünfköpfiges Social-Media-Team für die „FuWo“

Mit dem Startkapital will Loest erst einmal eine schlagkräftige Redaktion durchfinanzieren. „Wir wollen das Team so gut aufstellen, dass wir mit Kanonen auf Spatzen schießen können“, sagt der Retter etwas martialisch. Gemeint ist: Die neue „FuWo“ will von Anfang an durch gute Arbeit und tiefe Inhalte überzeugen. „Es gibt kein Zwischending“, sagt Loest.

Wie das aussieht, hat er am Donnerstag schon präsentiert. Peer Hempel, ein mit Loest befreundeter Kommunikationsdesigner, hat das komplette Design überarbeitet und „in die Neuzeit transformiert“. Zudem gibt es ein Team von fünf neuen, jungen Gesichtern, die die Fußball-Woche auf Social Media repräsentieren werden.

Rettung noch nicht gesichert

Natürlich will die „FuWo“ auch das Herz bedienen und den Nostalgikern ihr Printprodukt zurückbringen. Loest hat aber die Zeichen der Zeit erkannt und setzt sich für eine starke digitale Präsenz ein. Auch die Webseite ist überarbeitet. Wenn der Restart gelingt, verspricht er ein digitales Angebot ohne Paywall.

Und wenn nicht? „Dann haben wir es wenigstens versucht“, so Loest. Denn, auch das gehört zur Wahrheit: Tatsächlich gerettet ist noch gar nichts. Erst, wenn die Marke von 100.000 Euro bis Ende Juli im Crowdfunding erreicht wird, kehrt die Fußball-Woche tatsächlich zurück.

Dann allerdings wäre nur der Himmel die Grenze. Auf der Kampagnen-Webseite sind verschiedene Meilensteine aufgelistet: Die nächste Station nach dem Mindestbetrag von 100.000 Euro wären 250.000 Euro. Dann würde „aus dem Neustart echte Präsenz“, so die Kampagnen-Webseite. Diese Wegmarkierungen weiter bis hin zur Marke von zwei Millionen Euro. „Vielleicht verklickt sich ja jemand“, sagt Loest im Scherz.

Doch, sieh an, der Auftakt war tatsächlich vielversprechend: In den ersten zwei Stunden kamen am Donnerstag schon 12.000 Euro zusammen.