Was für ein bitteres Debüt. Bei Tottenham Hotspur wurde Torhüter-Debütant Antonin Kinsky im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Atlético Madrid (2:5) nach 17 schlimmen Minuten ausgewechselt. Mehrere verheerende Fehler waren dem ungewöhnlichen Spielertausch vorausgegangen.

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Der Tscheche war vor dem 1:0 für die Spanier durch Marcos Llorente (6.) mit Ball am Fuß weggerutscht, vor dem 2:0 durch Antoine Griezmann (14.) rutschte dann Micky van de Ven aus. Nur 30 Sekunden später unterlief Kinsky erneut ein fataler Patzer, als er bei einem Passversuch neben den Ball trat. Julian Alvarez schob ein (15.). Teammanager Igor Tudor beendete Kinskys Champions-League-Debüt danach umgehend, er brachte Guglielmo Vicario, den er wegen schwacher Leistungen eigentlich aus dem Tor genommen hatte. Vicario kassierte nur fünf Minuten später den vierten Treffer durch Robin Le Normand.
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Scharfe Kritik an Tottenham-Trainer Tudo
Selbst für Tudor war der frühe Wechsel im Tor ein absolutes Novum. Die Situation sei „sehr ungewöhnlich“ gewesen, erklärte der Kroate nach dem Debakel in Madrid: „Ich bin seit 15 Jahren Trainer und habe so etwas noch nie gemacht. Es war notwendig, um den Spieler und die Mannschaft zu schützen“, rechtfertigte sich Tudor. Vor dem Spiel sei es mit Blick auf die aktuelle Situation der Spurs „die richtige Entscheidung“ gewesen. Vicario stehe in einem anderen Wettbewerb „unter Druck“ und Kinsky sei „ein sehr guter Torwart“.

Von früheren Torhütern gab es scharfe Kritik an Tudor. „Er ersetzt ihn, das wird Auswirkungen auf den Rest seiner Karriere haben. Er hat seine Karriere komplett ruiniert“, sagte der frühere Torwart von Manchester United, Peter Schmeichel, beim US-Sender CBS. Englands Ex-Nationaltorhüter Joe Hart sagte bei TNT Sports: „Ich bin einfach nur untröstlich für den Jungen.“
Kinsky durchlebt den Karius-Moment
Mit seinem tragischen Auftritt mag Kinsky bei manchem Erinnerungen an den Auftritt von Loris Karius im Champions-League-Finale 2018 in Kyjiw geweckt haben. Dem heutigen Schalke-Torhüter unterliefen damals im Tor des FC Liverpool zwei verheerende Fehler, die Real Madrid einen 3:1-Sieg bescherten. Später kam heraus, dass sich Karius bei einem frühen Zusammenprall mit Sergio Ramos eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte und das Spiel über weite Strecken gehandicapt bestreiten musste.

Der Umstand änderte letztlich nichts daran, dass dieser Abend unmittelbare Auswirkungen auf Karius’ Karriere hatte. Das einst große deutsche Torwarttalent verschwand von der Bühne des europäischen Spitzenfußballs und landete über Umwege im Winter 2025 beim FC Schalke 04 – ein Glücksfall für beide Seiten. Nicht wenige Beobachter sehen im 32-Jährigen inzwischen den besten Torwart der 2. Bundesliga, Schalkes großer Rückhalt gilt sogar als Kandidat für den deutschen WM-Kader. (mit dpa/sid)





