Julian Nagelsmann schaut als Bundestrainer nicht nur auf die Tore seiner WM-Kandidaten, sondern auch auf die Sekunden danach. „Wenn ich sehe, ein Spieler schießt ein Tor und jubelt nicht richtig, dann ist das für mich ein Marker, dass da irgendwas nicht stimmt“, sagte Nagelsmann im Kicker-Interview. „Wenn ich so etwas bei einem Spieler von uns feststelle, notiere ich es.“

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Die Erklärung des 38-Jährigen: „Wenn du dich über ein Tor nicht mal mehr richtig freust, dann kannst du Fußball eigentlich seinlassen, weil das das Salz in der Suppe ist.“ Er vermisse in einem normalen Bundesliga-Spiel „so ein bisschen die Emotionalität bei den sogenannten einfachen Siegen oder einfachen Toren“. Er werde selbst von Journalisten oft gefragt, warum er ein Tor so krass gefeiert habe. „Tja, weil es bei dem Spiel halt um Tore geht. Wenn ich das nicht mehr feiere, dann muss ich einen anderen Job machen.“

Olympia als positives Beispiel

Ein positives Beispiel seien für ihn in der Hinsicht die Olympischen Winterspiele gewesen. Die Emotionalität dort finde er herausragend, sagte Nagelsmann. „Das ist im olympischen Sport schon anders: das Bewusstsein für eine herausragend gute Leistung, auch wenn es nicht die Goldmedaille ist.“

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17. November 2025 in Leipzig: Julian Nagelsmann feiert den 6:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen die Slowakei.© AFP | Ronny Hartmann

Entschuldigend führte der Bundestrainer aber auch den vollen Terminplan im Fußball an – und die allgemeine Erwartungshaltung. „Im Fußball ist man so getriggert, dass man sich nur freut oder emotional ist, wenn man Erster wird. Alles andere dahinter ist eher schlecht.“ dpa