Natürlich ist schon wieder eine ganze Menge Politik im Spiel, da die aktuellen Olympischen Spiele langsam zu Ende gehen und der Blick sich nach vorne auf die kommenden richtet. Die Sportverbände erzählen immer gerne, dass der Sport unpolitisch sei, aber das ist Unsinn. Natürlich sind viele Fragen rund um die Olympischen Spiele hochpolitisch. Aktuell etwa die Frage, ob und wie die olympische Bewegung Russland wieder integriert – und wie man dann mit den ebenso berechtigten wie erwartbar heftigen Reaktionen ukrainischer Sportler umgeht.

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Der Sport ist unpolitisch – den Satz nehmen die Herren der Ringe gerne her, um sich die Welt zu machen, wie sie ihnen gefällt. Da wird dann ein ukrainischer Skeletoni bestraft, weil er auf seinem Helm Bilder von im Krieg getöteten Sportlern zeigt. Andererseits hatte man kein erkennbares Problem damit, dass die Autokratien China und Russland (schon nach der Annexion der Krim) Spiele im eigenen Land unverhohlen zur politischen Propaganda nutzten.

Wirft sich das IOC wieder einem Herrscher an den Hals?

Das musste man ja kommen sehen als IOC und deswegen waren es natürlich hochpolitische Entscheidungen, die Spiele an China, Russland und wieder China zu geben. Ebenso war es eine politische Entscheidung, sich wieder den Kernmärkten in Europa und den USA zuzuwenden, auch wenn das nun andere Themen mit sich bringt, als man einst dachte: Als die Spiele für 2028 an Los Angeles vergeben wurden, konnte man nicht davon ausgehen, dass man es dann mit einem Präsidenten Donald Trump zu tun bekommen würde.

Wie geht man um mit einem Mann, bei dem man davon ausgehen muss, dass er die Spiele für seine eigenen Zwecke vereinnahmen will? Wirft man sich ihm ebenso um den Hals wie 2014 Wladimir Putin, ohne beide in einen Topf werfen zu wollen?

Fifa-Präsident Infantio zeigt auch bei Trump moralische Flexibilität

So wie der Fußballweltverband Fifa? Der ist schon im Sommer 2026 zu Gast in den USA und dessen Präsident Gianni Infantino tritt bemerkenswert servil gegenüber Trump auf. Der US-Präsident bekam erst einen Friedenspreis auf den Leib geschneidert und bei dessen fragwürdigem Friedensrat mischt die Fifa auch mit. Infantino hat ja eine gewisse Übung in moralischer Flexibilität, in Katar 2022 wollte er lästige Themen wie Menschenrechte auch einfach ausklammern.

Das IOC sollte sich tunlichst hüten, nun gegenüber Trump eine ähnlich klebrige Nähe zu zeigen. Denn dann würde das Dogma von den unpolitischen Spielen endgültig als Phrase entlarvt – weil man den kleinen Sportlern auf den Helm gibt, während man mit den großen Politikern bereitwillig kuschelt.