Uff, die letzte Nacht war hart. Übel geträumt. Ich wollte Connor McDavid trainieren sehen. Bin zur Halle und nehme Platz auf der Tribüne. Nach zwanzig Minuten: Ich bin ja beim Shorttrack und nicht beim kanadischen Eishockey-Team. Zum Glück schnell aufgewacht.

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Bei Jaroslav ist Aufwachen keine Erlösung. Ihn gibt’s wirklich, wir haben uns vor acht Jahren in Pyeongchang beim Olympiasieg von Ester Ledecka im Super-G kennengelernt. Jaroslav ist mein Freund aus Tschechien – wenn es nach ihm geht. Ich bin da etwas gespalten. Wer aber so viele Haare auf der Brust hat, dass er ein Kissen damit füllen könnte, schert sich nicht um die Meinung anderer. Und Jaroslav bekäme ein großes Kissen voll: Er lässt immer die obersten Hemdknöpfe offen. Nicht wegen der Haare, wegen der Goldkette.

Olympia-Glosse: Die amerikanischen Kollegen haben es auch nicht leicht

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Jaroslav sieht nach Import-Export oder Inkasso aus. Aber er ist in Wirklichkeit Journalist. „My frrrrriend.“ Am Tofana-Panorama kann ich ohne Sonnenbrille nur blinzeln, ehe mich Jaroslavs rollendes R wie ein Blitz durchfährt. Der Kollege ist an sich nett, redet aber ohne Punkt und Komma. Es ist ein Kampf, also: Ohren auf Durchzug. Neben uns stehen amerikanische Kollegen. Die sind auch nicht gesegnet. Zu wenige Stars. Gut, Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin. Aber bei den Männern hat der größte Hoffnungsträger, Ilia Malinin, auch noch russische Vorfahren. Ob das US-Spiele werden?

Auf einmal erzählt Jaroslav: „Und wenn es England nicht mehr gäbe, würde die Nordsee auslaufen?“ Wie bitte? Ich mag die Nordsee, sie darf nicht auslaufen. Ich will Jaroslav fragen, was er darüber weiß. Doch dann stürzt Lindsey Vonn, alle springen auf, auch Jaroslav verschwindet im Gewühl. Die Antwort werde ich wohl erst in vier Jahren in Frankreich erfahren. Sofern es die Nordsee dann noch gibt. Und England. Die Zeiten sind ja so unsicher.