Heftiger Unfall statt Medaillen-Krönung, schwarz-rot-goldener Jubel im Ziel: Während Ski-Superstar Lindsey Vonn bei der Abfahrt der Olympischen Winterspiele schwer stürzte, hat Emma Aicher für die erste deutsche Medaille bei den Olympischen Spielen gesorgt. Die 22-Jährige hat bei der Frauen-Abfahrt in Cortina d’Ampezzo die Silbermedaille hinter der US-Amerikanerin Breezy Johnson gewonnen. Ihr Rückstand betrug nur 0,04 Sekunden. Bronze ging an die Italienerin Sofia Goggia (+0,59 Sekunden), Super-G-Olympiasiegerin von 2018.

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„Es hat sich wild angefühlt, über jedem Sprung hat es mich aufgerissen, ich habe gar nicht gemacht, was ich machen wollte, aber es ist ja zum Glück nochmal gutgegangen“, sagte Aicher im ZDF. Tatsächlich war das 22 Jahre alte Multitalent im oberen Streckenabschnitt sogar schneller gewesen als Johnson, die noch nie ein Weltcup-Rennen gewonnen hat – nun aber zweimal Gold. Für Aicher ist es die zweite Olympia-Medaille nach Silber 2022 mit dem Team. 

Heftiger Abflug von Vonn überschattet das Rennen

Überschattet wurde die Abfahrt allerdings von einem heftigen Abflug von Lindsey Vonn, deren Geschichte im Vorfeld alles überstrahlt hatte. Die 41 Jahre alte Amerikanerin kam schon im Anfangsteil der Strecke zu Fall, überschlug sich und blieb liegen. Bei der TV-Übertragung war zu hören, wie Vonn vor Schmerzen schrie. Helfer und Sanitäter eilten zu ihr und bereiteten einen Abtransport der Sportlerin vor. Ein Helikopter holte sie per Seilwinde ab.

Vonn war im zweiten Winter nach ihrem Comeback die beste Abfahrerin der Saison, hatte sich aber just vor den Spielen in Mailand und Cortina nach eigenen Angaben einen Kreuzbandriss zugezogen. Sie wagte dennoch einen Start.

Lindsey Vonn: Fataler Fehler bei einem Sprung

Dann aber hakte sie bei einem Sprung mit dem Arm an einem Tor ein und verlor in der Luft die Kontrolle. Sie schlug heftig auf der Piste auf, ihre Knie schienen sich dabei zu verdrehen. Vonn fuhr mit einer Teilprothese im rechten Knie, das linke Knie – jenes mit dem Kreuzbandriss – wurde von einer Schiene gestützt.

Olympische Winterspiele 2026
Lindsey Vonn musste mit dem Helikopter abtransportiert werden.© dpa | Michael Kappeler

Nach dem Sturz hielten im Ziel in Cortina d’Ampezzo die Zuschauerinnen und Zuschauer den Atem an. Unter ihnen waren auch Vonns Vater und ihre Schwester. Auch Rap-Star Snoop Dogg war in die Dolomiten gekommen. 

Neureuther: „Übers Limit“

„Sie hat das Risiko oben definitiv schon genommen. Das war die Angst, die ich hatte, dass sie für dieses eine Rennen so versucht, übers Limit drüberzugehen“, sagte Ex-Profi Felix Neureuther in der ARD. „Wenn du so schwer verletzt warst und auch ohne Kreuzband fährst, musst du auch mental über dich hinauswachsen, dass du eine Chance hast.“

Eine Diagnose nach ihrem Sturz gab es zunächst nicht. Das Rennen war für längere Zeit unterbrochen. „Ich habe gleich weggeschaut“, sagte Emma Aicher. Die beste deutsche Rennfahrerin lag zu dem Zeitpunkt auf dem zweiten Platz und hatte damit beste Chancen auf eine Medaille, die sie am Ende auch holte. Aicher fehlten nach einer wilden Fahrt nur 0,04 Sekunden auf die Führende Breezy Johnson aus den USA.