Die deutschen Handballerinnen sprangen sich euphorisiert in die Arme, einige weinten Freudentränen vor Erleichterung. Das DHB-Team hat sein bedeutendstes Heimspiel der letzten Jahrzehnte gewonnen und erstmals seit 2007 das Halbfinale einer WM erreicht. In der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle setzte die Mannschaft von Bundestrainer Markus Gaugisch beim 30:23 (17:11) gegen Brasilien ihren Erfolgslauf fort und hat das Spiel um Bronze sicher. Nach dem siebten Erfolg in Serie träumen Spielerinnen und Fans nun sogar vom ganz großen Coup.

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„Die Mannschaft hat sich selbst belohnt und das freut mich tierisch“, sagte Gaugisch. „Viele dieser Spielerinnen sind durch schwere Stunden gegangen, aber haben nicht aufgehört an das zu glauben - und haben in den letzten drei Wochen ein wahnsinniges Programm geboten.“ Die Abwehr lobte der Trainer als „Prunkstück“. „Die Mädels machen einfach einen unglaublichen Job.“ Die 21-jährige Viola Leuchter sagte: „Ich bin supererleichtert und froh, dass wir das als Team so gerockt haben heute.“

Wenn Viola Leuchter hochsteigt, ist sie meist nicht zu halten: Wie in dieser Szene im Viertelfinale der Handball-WM gegen Brasilien.
Wenn Viola Leuchter hochsteigt, ist sie meist nicht zu halten: Wie in dieser Szene im Viertelfinale der Handball-WM gegen Brasilien. © Federico Gambarini/dpa | Federico Gambarini

Vor einer herausragenden Kulisse von 10.522 Zuschauern avancierte Kapitänin Antje Döll mit sechs Treffern zur besten DHB-Werferin, Torhüterin Katharina Filter trug 14 Paraden zum Sieg bei und wurde als Player of the Match ausgezeichnet. Der Einzug in das Finalwochenende von Rotterdam ist schon jetzt der größte Erfolg im deutschen Frauenhandball seit WM-Bronze vor 18 Jahren und bringt den Spielerinnen eine Prämie von 100.000 Euro ein. Im Halbfinale am Freitag wartet nun Dänemark oder Frankreich.

„In diesem Spiel sind wir nicht der Favorit, aber unangenehm“, sagte Gaugisch, der gerne die deutschen Fans nach Rotterdam mitnehmen würde. „Wir nehmen aber den Rückenwind mit. Wir wissen, dass zu Hause uns alle die Daumen drücken. Und das hilft uns auch.“ (mit dpa)

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