Borussia Dortmund muss nun schon über sich hinauswachsen, wenn es im Frühsommer zum Borsigplatz gehen soll. In der Champions League ist der BVB von Natur aus ein krasser Außenseiter, in der Bundesliga ist der Rückstand auf Bayern München bereits groß – da war der DFB-Pokal schon vor Beginn dieser Saison der realistischste Weg zu einem Titel. Und auf dem sind die Dortmunder am Dienstagabend in die Sackgasse gelaufen. In einem unterhaltsamen Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen unterlag die Borussia in Dortmund mit 0:1 (0:1). „Das tut extrem weh, ich bin auch sehr niedergeschlagen“, haderte BVB-Abwehrspieler Nico Schlotterbeck. Die Werkself hingegen darf sich nach dem Treffer von Ibrahim Maza (34.) Hoffnungen machen, den Pokal-Triumph von 2024 zu wiederholen.

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Drei Tage nach dem 2:1-Sieg in der Bundesliga in Leverkusen nahm BVB-Trainer Niko Kovac vier Veränderungen der Startelf vor. Kapitän Emre Can begann für den am Samstag so starken Aaron Anselmino. Jobe Bellingham und Carney Chukwuemeka kamen für Marcel Sabitzer und Julian Brandt. Die größte Überraschung aber hielt sich Trainer Niko Kovac für den Sturm auf: Serhou Guirassy musste auf die Bank. Ein Denkzettel nach dem verzweigerten Trainer-Handschlag? „Wir haben vier Leute gewechselt, das hat nichts zu bedeuten“, meinte Kovac. „Fabio Silva hat es sich durch gute Leistungen verdient. Deswegen bekommt er heute die Chance von Beginn an.“
BVB gegen Leverkusen: Fabio Silva gibt Startelf-Debüt
Beim von einigen Fans langersehnten Startelf-Debüt des Portugiesen entwickelte sich gleich sehr eine muntere Partie, in der Dortmund in vielerlei Hinsicht überzeugte: durch Tempo, direktes und vertikales Spiel, Mut. Es gab da nur einen nicht zu übersehenden Haken, und das war der Zwischenstand zur Pause. Leverkusen führte mit 1:0, weil Schlotterbecks kleiner Sprint in die Spitze große Auswirkungen hatte (34.). So geriet der BVB hinten in Unterzahl, weil auch der leicht angeschlagene Karim Adeyemi nicht mit voller Kraft zurückrennen konnte. Obwohl die Werkself die Räume gut nutzte, konnte Waldemar Anton Leverkusens Ibrahim Maza im Sechzehner zwar stellen – unglücklich war nur, dass der Deutsch-Algerier genau die Lücke zwischen den Beinen von Anton, dem zu zögerlichen Can und Daniel Svensson fand und zur Führung traf.

Die war durchaus glücklich, denn in der eigenen Verteidigung bekam Leverkusen Adeyemi überhaupt nicht unter Kontrolle. Der Flügelflitzer kombinierte sich mit Silva und Chukwuemeka ein ums andere Mal durch die Bayer-Hälfte. So schwungvoll hatte man den BVB lange nicht gesehen. Chancen gab es einige: einmal rettete der Ex-Borusse Jonas Hofmann vor dem einköpfbereiten Svensson (25.), dann klärte Nationalspieler Robert Andrich zwei Meter vor der Torlinie den Schuss von Adeyemi (40.). Dessen nächster Versuch rauschte knapp rechts vorbei (42.). „Wir haben eigentlich ein ordentliches bis gutes Spiel gemacht und wenn wir da den Ausgleich machen, geht das Spiel in eine andere Richtung“, meinte Schlotterbeck. „In der zweiten Halbzeit hatten wir dann nicht mehr ganz die Durchschlagskraft.“
BVB gegen Leverkusen: Mark Flekken klärt artistisch gegen Felix Nmecha
Leverkusen konnte sich nämlich mit der Führung im Rücken etwas zurückziehen. Erst nach zwölf Minuten wurde es mal wieder brenzlig im Strafraum, nachdem Silva den Ball eroberte und Felix Nmecha abzog. Torwart Mark Flekken musste abprallen lassen, doch schoss den Ball im Fallen vor dem einschussbereiten Julian Ryerson noch artistisch weg. Nur kurz darauf wurde eine Milimeter-Abseitsentscheidung zu BVB-Gunsten gefällt, sodass das vermeintliche 2:0 von Martin Terrier wieder einkassiert wurde (59.). Ernest Poku stand in der Entstehung des Treffers mit einem Trikot-Zipfel in der verbotenen Zone.
Kovac brachte nach etwa 70 Minuten in Maximilian Beier, Brandt und Guirassy drei neue Offensiv-Kräfte für den Endspurt dieser kurzweiligen Partie. DIeser sollte nach einem Kopfball von Patrik Schick, den Gregor Kobel gut hielt, auch für Dortmund beginnen. Schlotterbeck probierte es per Distanzschuss (77.), Adeyemi köpfte tief in der Nachspielzeit nur ans Außennetz. In die Verlängerung schaffte es der BVB daher nicht mehr. Am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) geht es in der Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim weiter.




