Hans-Joachim Watzke ist neuer Präsident von Borussia Dortmund. Der 66-Jährige erhielt am Sonntag 59 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang. Damit tritt der bisherige Geschäftsführer der KGaA wie erwartet die Nachfolge von Reinhold Lunow an. Der 72-Jährige war seit dem Jahr 2022 im Amt. Watzkes Wahl ist aber ein heftiger Denkzettel. Intern hatte man nach Informationen dieser Redaktion auf mindestens 70 Prozent der Stimmen spekuliert. Es gab dabei vereinzelte Buh-Rufe.

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Damit endet ein brisanter Machtkampf, der den Klub in den vergangenen Monaten schwer beschäftigt und bei dem viele glauben, dass er ihm auch geschädigt hat. Hintergrund: Lunow brach eine Absprache mit Watzke und kündigte selbst eine Kandidatur für die Wahl am Sonntag an, zog sie aber nach einigen Monaten zurück.

Der im deutschen Fußball und für seine BVB-Verdienste so geschätzte Watzke verlor dabei Kredit, besonders in der aktiven Fanszene. Dabei ging es vor allem um sein Verhalten rund um das Rheinmetall-Sponsoring. Hinzu kamen zuletzt ein Compliance-Verfahren wegen Privatflügen, bei dem Watzke allerdings entlastet wurde, und die Frage, ob Watzke als BVB-Geschäftsführer beim Missbrauchs-Skandal, der jüngst publik wurde, angemessen gehandelt habe.
BVB: Watzke begründete sportliche beste Zeit bei Borussia Dortmund
Watzke übernahm die Geschäfte beim BVB im Jahr 2005, als der Verein sportlich wie finanziell am Boden lag. Gemeinsam mit dem heutigen Ehrenpräsident Reinhard Rauball sanierte er den Klub. Seine wichtigste sportliche Entscheidung war die Verpflichtung von Jürgen Klopp im Sommer 2008. In der Ära Watzke gewannen die Schwarz-Gelben fünf Titel, zweimal die Meisterschale und dreimal den DFB-Pokal. Zudem zog der BVB zweimal ins Champions-League-Finale ein, unterlag dort jeweils gegen Bayern München und Real Madrid.

Geschäftsführer Watzke stieg währenddessen zum mächtigsten Funktionär im deutschen Fußball auf. Er wurde Aufsichtsrats-Chef der DFL, qua Amt Vizepräsident des DFB und vertrat die deutschen Klubs und Verbände im Exekutivkommittee der Uefa. Diese Jobs behält Watzke vorerst auch als Vereins-Oberhaupt.




