Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hält wenig vom Hype um Jungstar Lennart Karl. Der 17-Jährige habe zwar bei seinen bisherigen Einsätzen „sensationell gespielt”, räumte der Vereinspatron des Fußball-Rekordmeisters ein. Das seien aber eben erst wenige gewesen. „Und bei uns ist es jetzt so, wenn einer drei Bundesligaspiele macht, dann wird er schon mit Messi verglichen. Also das ist schon ein bisschen übertrieben.” Hoeneß erinnerte sich, dass er selbst seinerzeit eine ganze Saison lang überragend spielen musste, ehe ihn Bundestrainer Helmut Schön überhaupt anrief.

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Angesichts einiger Verletztenausfälle war Karl in der Saison mehrmals von Trainer Vincent Kompany eingesetzt worden und überzeugte dabei zumeist. Dem Offensivspieler gelangen in der Bundesliga und Champions League auch schon zwei Tore. Zuletzt schoss er bei der deutschen U21-Auswahl drei Treffer in zwei Partien der EM-Qualifikation. Manche fordern, dass Bundestrainer Julian Nagelsmann den Teenager mit zur Weltmeisterschaft 2026 nimmt.

Bayern-Profi Lennart Karl überzeugte zuletzt auch bei der U21. (Archivfoto)
Bayern-Profi Lennart Karl überzeugte zuletzt auch bei der U21. (Archivfoto)© dpa | Daniel Karmann

Bayern-Bosse treten bei Karl auf die Bremse

Bei einer Veranstaltung in der Allianz Arena assistierte Präsident Herbert Hainer seinem Vorgänger angesprochen auf Karl. „Da muss man auch die Kirche im Dorf lassen”, sagte er vor Journalisten. „Dem jungen Kerl muss man auch die Zeit geben, sich zu entwickeln. Denn ansonsten wird der so überfrachtet von den Medien, von dem ganzen Umfeld. Ich meine, der ist gerade mal 17 Jahre, das muss man sich überlegen. Insofern gebt ihm ruhig die Zeit.”

Neben Karl konnte zuletzt auch der 20 Jahre alte Tom Bischof überzeugen. Hoeneß lobte dabei Kompany als „einen Trainer, der jetzt bereit ist, junge Spieler einzubauen und das ist natürlich wunderbar”. In den Aussagen klang mit, dass dies bei Kompanys Vorgängern eher weniger der Fall war.

Uli Hoeneß schwärmt von Harry Kane

Ein großes Lob erhielt zudem Bayerns Top-Torjäger Harry Kane. Auf die Frage, wo er den Engländer unter den vielen Starstürmern der Historie beim deutschen Fußball-Rekordmeister einordne, antwortete der Vereinspatron: „Wir haben natürlich ganz Große schon gehabt mit Gerd Müller und mit Giovane Elber und dann natürlich auch mit Robert Lewandowski. Aber Harry Kane ist absolut ebenbürtig. Ich würde da jetzt keine großen Unterschiede machen.“

Bayerns Torgarant: Stümerstar Harry Kane.
Bayerns Torgarant: Stümerstar Harry Kane.© Getty Images | Maja Hitij

Dann ergänzte Hoeneß, dass vielleicht Vereinslegende Gerd Müller noch ein wenig vor den anderen stehe, weil er auch Weltmeister war und so viele Titel gewonnen hat. „Aber was Harry Kane hier seit Monaten oder fast ein, zwei Jahren jetzt produziert, das ist allererste Sahne“, schwärmte Hoeneß. Ihm gefalle vor allem, dass der 32-jährige Kane nicht nur als Sturmspitze im Strafraum auf Bälle warte und diese dann vollstrecke, sondern dass er inzwischen auch als Spielmacher und generell als Persönlichkeit überzeuge. (dpa)