Pfiffe im San Siro, eine öffentliche Entschuldigung des Nationaltrainers und ein vernichtendes Presse-Echo: Die Reaktionen auf das 1:4 der italienischen Auswahl in der WM-Qualifikation gegen Norwegen sprachen eine deutliche Sprache. Die Mannschaft von Trainer Gennaro Gattuso (47) muss in die Play-offs, es droht die dritte Fußball-Weltmeisterschaft ohne Beteiligung der Squadra Azzurra in Serie. 

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Dass es allenfalls um einen ehrenhaften Abschied aus der Qualifikationsphase ging, war bereits vor dem Aufeinandertreffen im Mailänder Guiseppe-Meazza-Stadion klar. Für die sichere Teilnahme an der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr hätte die Gattuso-Elf Norwegen um Superstar Erling Haaland mit 9:0 schlagen müssen. Doch auch der stilvolle Abgang aus der Gruppe misslang der italienischen Nationalelf. „Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen. Es ist inakzeptabel, diese Qualifikation mit einer so hohen Niederlage zu beenden“, sagte Trainer Gattuso nach dem 1:4, zu dem der Ex-Dortmunder Haaland zwei Treffer beigesteuert hatte. 

Zwei Tore gegen Italien: Ex-BVB-Stürmer Erling Haaland
Zwei Tore gegen Italien: Ex-BVB-Stürmer Erling Haaland© firo Sportphoto/dppi | Alessio Morgese

Entsprechend fiel das Medien-Echo aus. Englands Presse urteilte knapp „Haaland vernichtet Italien“ (The Guardian), während BBC einen Blick in die Zukunft wagte und auf die Play-offs hinwies, wo Italien zuletzt „für Enttäuschungen und Peinlichkeiten“ gesorgt habe.

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Nicht weniger optimistisch gab sich „La Gazzetta Dello Sport“: „Was wir im San Siro gesehen haben, gibt uns natürlich weder Zuversicht noch Ruhe“, heißt es dort. Das Vorhaben, nach zwei verpassten Weltmeisterschaften keine weiteren Unsicherheiten mehr zu erleben, sei gescheitert: „Wir haben unser Versprechen nicht gehalten.“ 

In „Corriere Dello Sport“ bescheinigte Mann Gattusos Mannschaft „auf ganzer Linie Probleme“ und frotzelte: „Gott sei Dank gibt es in den Playoffs kein zweites Norwegen.“ Der Auftritt sei auch mit Blick auf einzelne Spieler „ein totales Desaster. Nur zwei Spieler haben überlebt.“ Der Gesamteindruck sei entsprechend gewesen und habe sich vor allem verfestigt, als Norwegen nach der Pause stärker wurde: „Im zweiten Durchgang beginnen die Gäste zu spielen und über Mailand senkt sich die Dunkelheit.“ 

Italien: Verpassen der WM „wäre sogar wünschenswert“

Auch das Football Magazine („Italien gedemütigt“) und La Stampa („Norwegen zu stark!“, „Peinlicher Auftritt“) zogen über die Nationalmannschaft her, die zum ersten Mal unter Trainer Gattuso verloren hatte. 

Il Fatto Quotidiano hingegen sieht nicht nur Negatives an dem 1:4 und einem möglichen WM-Aus: „Das Verpassen einer dritten Weltmeisterschaft wäre eine endgültige Niederlage, paradoxerweise sogar wünschenswert, solange es einen Umbruch im gesamten System auslöst.“ Ein wenig Rest-Optimismus bestehe aber noch. Trotzdem: „Das Leid vor einem Spiel gehört zu unserer DNA, die Schmach der Mittelmäßigkeit jedoch nicht.“