Betrachtet man nur die beiden weißen Zahlen vor rotem Hintergrund, die auf den beiden Anzeigetafeln im Stade de Luxembourg aufleuchteten, gibt es keinen Grund zu hadern. Luxemburg 0, Deutschland 2. Das bedeutet: Dank des 2:0 (0:0)-Pflichtsiegs im Nachbarland hat die DFB-Elf die WM-Qualifikation am Montag in Leipzig gegen die Slowakei in eigener Hand, sogar ein Remis reicht dann gegen die Osteuropäer. Auf der anderen Seite gibt der größtenteils peinliche Auftritt der deutschen Nationalmannschaft trotz des Doppelpacks von Nick Woltemade (49./69.) ein gutes halbes Jahr vor Turnierstart Anlass zur Sorge.
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Bundestrainer Julian Nagelsmann bot im mit 9214 Zuschauerinnen und Zuschauern ausverkauften Stadion die ob der Personalsituation zu erwartende Aufstellung auf. Der Leipziger Rückkehrer Ridle Baku ersetzte Kapitän Joshua Kimmich, der nach eigener Aussage aber ein Comeback gegen die Slowakei anpeilt. Für den angeschlagenen Abwehrspieler Nico Schlotterbeck verteidigte sein Dortmunder Vereinskollege Waldemar Anton. Und weil Karim Adeyemi ob seiner Gelb-Sperre fehlte, stand auch Rückkehrer Leroy Sané gleich in der Anfangsformation.
DFB-Elf gegen Luxemburg: Die letzte Chance für Leroy Sané
Der von Nagelsmann schon ausgebootete Offensivspieler soll nach seinem Wechsel zu Galatasaray eine letzte Chance in der DFB-Elf erhalten. „Er weiß, wie viel ich von ihm halte, er hat viel Liebe von mir bekommen“, sagte Nagelsmann über Sané, „aber er ist jetzt gefordert.“
Eine Zwischenbewertung dürfte dem Bundestrainer bereits nach der ersten Halbzeit leicht gefallen sein, wobei: Nicht nur die von Sané. Der 29-Jährige reihte sich ein in eine besorgniserregend planlose Mannschaft, die so manchen Slapstick-Moment erlebte, wie einen halbhohen Rückpass von Ersatz-Kapitän Jonathan Tah auf Torwart Oliver Baumann nach rund einer halben Stunde, den der Hoffenheimer gerade so eben wegschlagen konnte. Kann passieren. Doch Fehler hatten im deutschen Spiel System.

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Keine Bewegung, keine ersichtlichen Spielideen, viele ungenaue Pässe gegen mutige Luxemburger, die es sehr ordentlich machten mit ihrem Pressing gegen die DFB-Elf – und mehrfach die Chance zum Führungstor hatten. Daniel Sinani verpasste das 1:0 nach Hereingabe von Leandro Barreiro nach elf Minuten. Dann dribbelte sich Aiman Daidari durch die deutsche Abwehr, schoss aber knapp rechts vorbei am Tor (18.). Diese Szene war bezeichnend für die deutsche Abwehrleistung. Ein steiler Pass in die Spitze und schon standen die Verteidiger Mann gegen Mann.
DFB-Elf gegen Luxemburg gefährlich durch Florian Wirtz
Wenn die Deutschen mal selbst Tempo ins Spiel brachten, wurde es ebenso gefährlich. Meist über Florian Wirtz, der nach neun Minuten an Anthony Moris scheiterte, und in der 28. Minute nach einem feinen Übersteiger per Distanzschuss abzog. Mehr kam nicht bei diesem erschreckend harmlosen Auftritt zustande.
In der Kabine muss Nagelsmann aber die richtige Worte gefunden haben. Plötzlich lief der Ball, zumindest für einen Angriff. Sané sprintete die rechte Seite entlang, Nick Woltemade zeigte in der Mitte schon an, wo er angespielt werden wollte. Der Pass kam punktgenau – und der Newcastle-Profi schob zum 1:0 ein (49.). Auf der Gegenseite wurde es direkt im Anschluss brenzlich, als Dardaris Schuss knapp am rechten Pfosten vorbeirauschte (52.).
DFB-Elf gegen Luxemburg: Nick Woltemade bringt Entscheidung
Deutschland verpasste es nach der Führung, die Partie zu entscheiden. Gefährlicher war wieder Luxemburg und es wäre wohl sogar der Ausgleich gefallen, wäre Christopher Martins nicht so überrascht gewesen, als ihm der Ball im deutschen Fünfer vor die Füße sprang (67.). Dann machte es Woltemade besser.
Endlich war mal Zug im deutschen Spiel. Sané zog die Abwehr auf seine Seite, bediente dann im Zentrum Baku, der den Ball direkt in die Spitze ablegte auf den Angreifer. Woltemade fackelte nicht lange und traf kaltschnäuzig zum 2:0 (69.). Sané traf noch die Latte (78.). Deutschlands schwacher Auftritt in Luxemburg – er ist gerade noch einmal gut ausgegangen.






