Daniel Volbert, der Trainer des BFC Preussen, suchte nach Worten. „Ich bin im Kopf schon die Planung für die kommende Saison in der Oberliga durchgegangen“, sagte der Coach. Nun rang er nach Worten, um zu erklären, was rund 3500 Zuschauer im Preussenpark gerade beim 1:0 (0:0) gegen Eintracht Mahlsdorf erlebt hatten.

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Es lief die letzte der vier Nachspielminuten. Gerade hatte sich Mahlsdorfs Torhüter Paul Büchel unsterblich gemacht für seinen Klub. Dieser Fuß-Reflex, mit dem er den Schuss des Preussen Patrick Breitkreuz pariert hatte, gehört in die Hall of Fame. Doch was nützt all der Ruhm, wenn wenig später Lenny Stein aus dem Hinterhalt abzieht und zum Tor des Sonnabendnachmittags trifft?
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Doch hat er wirklich getroffen? Von der Unterkante der Latte prallte der Ball auf den Boden, von dort aus dem Tor – ein Wembley-Tor zum Oberliga-Showdown. Der Linienrichter entschied sofort auf Tor, der Rest war grenzenloser Jubel der Gastgeber, und schiere Ungläubigkeit bei Mahlsdorf.
Mahlsdorf hadert mit der Entscheidung
„Wir hatten das Pech, dass wir einen Linienrichter hatten, der einen 80-Meter-Sprint zur Mittellinie gemacht hat, weil er der Meinung war, der Ball war im Tor“, sagte Mahlsdorfs Coach Karsten Heine: „Es gibt aber genug Bilder, die zeigen, dass er nicht drin war.“ Auch dass das Spiel einfach beendet wurde, weil alle auf den Platz rennen, sei fragwürdig gewesen.
Dennoch wollte er die Schuld für die Niederlage nicht in dieser allerletzten Szene suchen. „Wir hatten genug gute Chancen, wenn wir davon eine nutzen, machen wir es uns hier leichter“, sagte Heine. Immer wieder ging ein Blick zu dem Tor, in dem die Aufstiegshoffnungen zerschellten. Auch Eintrachts Ehrenpräident Thorsten Loest war außer sich, zeigte Screenshots auf seinem Handy. Doch die Entscheidung stand.
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„So etwas habe ich noch nicht erlebt bei Preussen. Das ist etwas einmaliges“, sagte Volbert. Die Medaille um den Hals, das Shirt mit der Aufschrift „2025 Regionalliga, wir kommen“ übergestreift, darf Volbert als Vater des Erfolges gelten. „Wir hatten so viele Rückschläge in dieser Saison, haben aus 25 neuen Spielern eine Mannschaft geformt“, erzählte Volbert später. Ihm war anzusehen, dass das letzte Saisonspiel Nerven gekostet hatte.
BFC Preussen gelingt der Durchmarsch aus der Berlin-Liga
„Ich kann es nicht beschreiben, die harte Arbeit wird in allerletzter Minute belohnt“, sagte Breitkreuz überglücklich. „Beim Tor dachte ich, dass der Schiedsrichter wieder Foul pfeift, doch dann habe ich unsere Jungs jubelnd wegrennen sehen“, beschrieb der Preussen-Kapitän den entscheidenden Moment. Was der Aufstieg für den BFC Preussen bedeutet? „Wir haben Geschichte geschrieben“, sagte Breitkreuz.
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Torschütze Lenny Stein konnte „es kaum glauben. Ich bin einfach nur froh, dass das Ding irgendwie reingegangen ist. Dass es jetzt sofort klappt mit dem Aufstieg, ist für den Verein überragend.“ Preussen war erst im vergangenen Jahr aus der Berlin-Liga aufgestiegen.
Für den Lankwitzer Klub stehen nun arbeitsreiche Wochen bevor. Das Preussenstadion muss für die Regionalliga fitgemacht werden, ansonsten wird der Aufsteiger seine Heimspiele woanders austragen müssen. Das Poststadion soll als Alternative im Gespräch sein. Aus dem abgerissenen Jahn-Sportpark werden Sitzschalen recycelt, „sie sind jetzt rot, werden aber bestimmt schwarz und weiß angemalt“, ließ Preussen-Coach Volbert wissen.
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Und Eintracht Mahlsdorf? Nach einer überragenden Saison steht das Heine-Team nun mit zwei bitteren Niederlagen da. Vor dem Aufstiegs-K.o. hatte es im Berliner Pokalfinale in 0:2 gegen den BFC Dynamo gegeben. Man wolle sich sammeln und nächste Saison wieder angreifen.








