Jeffrey Seitz hat neue Hoffnung geschöpft. Eigentlich war sie nie weg beim Trainer der 1. Männermannschaft Berliner AK, nur wurde sein Durchhaltevermögen bei all den Rückschlägen der letzten Monate immer wieder auf die Probe gestellt. Nach einem beispiellosen Umbruch im Sommer inklusive Rückzug der über Jahre prägend wirkenden Han-Familie folgte nicht nur auf struktureller Ebene eine Zeit der extremen Verunsicherung für den Kiezklub aus Moabit. Auch sportlich lief es für einen Großteil der Hinrunde in der Regionalliga Nordost erwartungsgemäß unrund.

Neues Selbstbewusstsein nach zwei Favoritenstürzen

Einige Spiele gingen deutlich verloren, andere nur knapp: Ein veritabler Befreiungsschlag ließ dabei lange auf sich warten. Bis Ende November, um genau zu sein. Da gelangen dem BAK gleich zwei Favoritenstürze hintereinander. Erst schaltete man den klar besser eingestuften BFC Dynamo im Achtelfinale des Berliner Landespokals aus (2:1), um wenige Tage ein nicht minder überraschendes 3:2 gegen den SV Babelsberg im Ligabetrieb folgen zu lassen.

„Das hat uns nochmal ein neues Selbstbewusstsein gegeben“, erklärt Coach Seitz, der im Poststadion seit Saisonbeginn an der Seitenlinie steht. „Das waren ja zwei Gegner, die überhaupt nicht in unser Tabellenregion beheimatet sind. Diesen Schwung wollen wir im neuen Jahr mitnehmen, um den Klassenerhalt zu schaffen.“

BAK-Trainer Seitz sieht in den jüngsten Erfolgen eine Bestätigung

Nur darum geht es für die Männer in dieser Saison. Die Zeit der Drittliga-Ambitionen ist längst vorbei. Außerdem soll der Fokus auf die erfolgreiche Jugendarbeit im Verein weiter geschärft werden. „Wenn man unser Auftreten mit dem Beginn der Saison vergleicht, ist eine klare Entwicklung erkennbar“, sagt Seitz. „Wir haben auch nach klaren Niederlagen immer weiter konzentriert gearbeitet, alles sachlich analysiert. Die zwei Siege sind eine Bestätigung für unsere Leistung in vielen Spielen, in denen wir schon dran knapp waren, aber uns nicht belohnt haben.“

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In der Tat hat sich der BAK mittlerweile in einen kleinen „Flow“ spielen können ─ der aktuell allerdings nicht mehr ganz so geschmeidig fließt. Schuld ist der Winter. Insgesamt vier Spiele wurden im Dezember witterungsbedingt abgesagt respektive wegen zu hoher Krankenstände verlegt.

Zuletzt wurde auch das für diesen Mittwoch angesetzte Spiel bei Lokomotive Leipzig verschoben, weil sich noch zu viele Kranke und Verletzte im Kader der Sachsen befinden. Ende Januar soll die Partie im Bruno-Plache-Stadion nachgeholt werden. Bis dahin wollen die sich gerade im Aufschwung befindlichen „Athleten“ ihre gute Form konservieren ─ auch wenn der zerstückelte Terminplan dafür eher kontraproduktiv wirkt. Am Freitag zumindest können die Moabiter im Testspiel gegen die „Find the Pro“-Auswahl von Influencer Diyar Acar nochmal letzte Spielpraxis vor Weihnachten sammeln (Poststadion, 18 Uhr).

Spielabsagen und Verlegungen stören den „Flow“

„Natürlich sind die ganzen Absagen nicht toll, aber wir wollen nicht rumjammern“, sagt Coach Seitz. „Die Mannschaft hat auch unter den zuletzt nicht optimalen Trainingsbedingungen weiter gut gearbeitet, wir waren in der Halle und haben uns auch im Kraftraum gewissenhaft vorbereitet.“

In dieser Verfassung jedenfalls scheint der Verbleib in der Regionalliga für die Moabiter nicht mehr utopisch, wenngleich noch ein langer Weg zu beschreiten ist. Erfreulicher Bonus: das erreichte Landespokal-Viertelfinale, welches im März über die Bühne geht. „Das ist sicher eine schöne Gelegenheit für uns, aber die Liga hat ganz klar Priorität“, erklärt Seitz. Hier warten auf den BAK noch einige Hürden. Das neue Selbstbewusstsein dürfte dafür nur förderlich sein.