Die Mitglieder von Hertha BSC hatten sich am Sonntag auf einen langen Tag bei der Mitgliederversammlung eingestellt – doch die erste Überraschung gab es schon vor Eintritt in die Tagesordnung. Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Brüggemann ließ durch Vizepräsident Fabian Drescher seine Rücktrittserklärung verlesen, was von den Mitgliedern mit Applaus bejubelt wurde.

In seiner Erklärung kritisierte Brüggemann Herthas Präsidenten scharf: „Kay Bernstein ist mit dem Amt des Präsidenten sichtlich überfordert.“ Brüggemann galt als harter Widersacher Bernsteins und nahm unter anderem in der Causa Marius Gersbeck die Kontraposition ein. Das, aber auch sein Eingreifen in den Präsidentschaftswahlkampf und generell vereinsschädigendes Verhalten war ihm von einem Mitglied vorgeworfen, das daraufhin den Abwahlantrag gegen Brüggemann einreichte.

Zur Abstimmung darüber kam es durch den Rücktritt dann nicht mehr. Brüggemann gab aber an, dass seine drohende Abwahl nicht der Grund für den Rücktritt gewesen sei: „Ich möchte klarstellen, dass ich damit nicht meiner Abwahl zuvorkommen möchte.“ Er sei sich sicher gewesen, die nötigen Stimmen auf sich versammeln zu können. Viel mehr sei der Umgang mit ihm und seiner Person ausschlaggebend für den Rücktritt gewesen: „Ich bin niemand, der sich wegduckt oder konstruktiven Diskussionen aus dem Weg geht. Aber wie weit ist es gekommen, dass Menschen mit Haltung aus unserem Verein weggemobbt werden?“

Ausführliche Berichte zu Herthas Mitgliederversammlung folgen im Laufe des Tages.