Die wichtigsten Fragen waren ziemlich schnell geklärt. Eine Chance? Eine Sensation? Vielleicht ein kleines Wunder? Als Torhüter Jack Krause den Ball kurz vor dem eigenen Kasten im Duell mit Jonas Wind vertändelte, der Wolfsburger unbedrängt einschob, mochte niemand mehr an eine Überraschung denken. Nach neun Minuten lag der Fünftligist TuS Makkabi bei seinem ersten Auftritt im DFB-Pokal gegen den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg am Sonntag 0:2 zurück. Dennoch wurde es ein besonderer Tag für den kleinen Berliner Klub, der schließlich 0:6 (0:2) unterlag.
Aufgegeben haben die Amateure nämlich nie. „Ich glaube, das ist ein Bonusspiel. Da muss man einfach ein bisschen lächeln“, sagte Makkabis Niklas Körber, dessen Laune durch das Ergebnis nicht getrübt wurde. Der frühe Rückstand, Lukas Nmecha hatte den ersten guten Angriff der Gäste mit dem ersten Treffer beendet (8.), dämpfte ein wenig die Emotionen auf der Haupttribüne des Mommsenstadions. Doch die Stimmung am Eichkamp, sie kehrte zurück beim größten Spiel der bisherigen Geschichte von Makkabi. Als wollten die Akteure dem Anlass gerecht werden, versuchten sie alles, um sich in Szene zu setzen.
Makkabi kassiert nächsten Doppelschlag nach der Pause
Das gelang hin und wieder, denn der Bundesligist ließ die Berliner in der ersten Pokalrunde oft gewähren, spielte nicht konsequent, was angesichts der Führung auch nicht nötig erschien. Doch vor allem Brian Petgna sorgte durchaus für Gefahr vor dem VfL-Tor. Und für Hoffnung beim Anhang, den Favoriten doch noch ärgern zu können. Doch mehr als ein Abseitstor gelang nicht (28.). „Die waren besser, aber wir haben uns gut präsentiert“, sagte Makkabi-Kapitän Doron Bruck: „Es war schon ein geiles Erlebnis. Nächstes Jahr wieder“.
Obwohl Wolfsburg in der zweiten Hälfte schnell alle Hoffnungen erstickte, Tiago (54.) und Yannick Gerhardt (57.) trafen, später erhöhten Ridle Baku (79.) und Tiago (89.). Zwar mühten sich die Berliner Pokalsieger weiterhin, doch gegen den konzentrierter agierenden Bundesligisten kamen sie nur noch selten über die Mittellinie. Entsprechend vertrieb sich der VfL-Anhang unter den 5000 Zuschauern im ausverkauften Stadion mit Pyro-Vergnügen die Zeit, während sich Torwart Krause noch mit einigen Paraden für den Anfangspatzer rehabilitieren konnte.


