Lediglich zwei Weltmeisterschaften gibt es 2020 in Berlin – und beide finden fast parallel statt. Zum einen suchen die Eisspeedway-Piloten am kommenden Wochenende im Horst-Dohm-Eisstadion ihre Team-Weltmeister. Zum anderen fahren von Mittwoch bis Sonntag die Bahnradsportler im Velodrom um WM-Titel. Die Morgenpost nennt Ihnen die wichtigsten Fakten zur Bahnrad-WM, die diesmal einen besonderen Stellenwert besitzt.
Worum geht es im Velodrom?
Natürlich um WM-Titel und Medaillen. Doch anders als sonst stehen die Meriten diesmal nicht bei allen im Vordergrund. Denn die WM ist in diesem Jahr nur die zweitwichtigste Veranstaltung für die Bahnradfahrer. Im Sommer finden die Olympischen Spiele in Tokio statt. Darauf zielt alles ab, und die Titelkämpfe in Berlin sind der Schlusspunkt der Qualifikationsphase. „Für uns geht es primär darum, die Olympia-Qualifikation endgültig abzusichern. Das hat Priorität vor den Medaillen“, sagt daher Sprint-Bundestrainer Detlef Uibel.
Welche Chancen haben die deutschen Athleten?
Insgesamt 45 Nationen haben für die Weltmeisterschaften in Berlin Startplätze erkämpft. fast 400 Sportlerinnen und Sportler werden an den fünf Wettkampftagen vom 26. Februar bis 1. März um 20 Weltmeister-Titel kämpfen. 23 Athletinnen und Athleten hat der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gemeldet, verpasst hat der BDR die Teilnahme im Omnium und Punktefahren der Frauen. Vor allem die deutschen Sprinterinnen Lea Sophie Friedrich, Emma Hinze und Pauline Grabosch wollen im Kampf um die Medaillen mitmischen, auch in der Mannschaftsverfolgung der Frauen geht es um Edelmetall. Bei den Männern sind die Ambitionen etwas geringer, mit dem Berliner Duo Roger Kluge und Theo Reinhardt gehen im Madison allerdings die Weltmeister der vergangenen beiden Jahre an den Start.
Wie haben die BDR-Sportler bei der vergangenen WM abgeschnitten?
In Polen holte das deutsche Team im Vorjahr sechs Medaillen. Gold ging an Kluge/Reinhardt. Silber holten sich Domenic Weinstein und Lisa Brennauer in der Einerverfolgung. Bronze ging an Stefan Bötticher im Keirin, Lisa Klein in der Einerverfolgung und Emma Hinze/Miriam Welte im Teamsprint.
Wann war die letzte WM in Berlin?
Das war vor 21 Jahren. Das damals noch fast neue Velodrom diente 1999 als Austragungsort für die WM. Es waren sehr erfolgreiche Titelkämpfe. Dreimal gab es Gold für den BDR, einmal im Vierer mit dem Berliner Robert Bartko, der auch die Einerverfolgung gewann. Dazu sicherte sich Jens Fiedler den Titel im Keirin. Hinzu kamen vier Silber- und vier Bronzemedaillen. 2003 fand die bislang letzte WM in Deutschland statt, in Stuttgart gab es zweimal Gold durch Stefan Nimke im Zeitfahren und die Teamsprint-Männer. Des Weiteren wurde noch einmal Bronze gewonnen.
Wann sind welche Wettkämpfe?
Insgesamt 20 Titel sind zu vergeben. Am Mittwoch beginnt das Hauptprogramm um 18 Uhr: Auf dem Plan stehen die Entscheidungen im Teamsprint der Frauen und Männer sowie die 10 Kilometer Scratch der Frauen. Donnerstag (ab 18.30 Uhr) finden die Mannschaftsverfolgungen bei Frauen und Männern statt, die Männer sind außerdem im Scratch (15 Kilometer) im Einsatz und im Keirin. Freitag (ab 18.30 Uhr) bestreiten die Frauen das Omnium und den Sprint, die Männer das 1000-Meter-Zeitfahren, die Einerverfolgung und das Punktefahren (40 Kilometer). Sonnabend (ab 16.30 Uhr) stehen bei den Männern das Omnium und bei den Frauen das 500-Meter-Zeitfahren, die Einerverfolgung sowie das Madison (30 Kilometer) auf dem Programm. Zum Abschluss am Sonntag (ab 14 Uhr) tragen die Frauen das Punktefahren (25 Kilometer) und den Keirin aus, die Männer den Sprint und das Madison (50 Kilometer).
Wo gibt es Tickets?
Wer im Velodrom mit dabei sein möchte, kann sich über Ticketmaster (online) die Eintrittskarten besorgen. Einzelkarten gibt es ab 23 Euro, Dauerkarten ab 72 Euro, die Wochenendkarte gibt es ab 38 Euro.
Wo kann man die WM im TV sehen?
Eurosport zeigt jeden Tag am späten Abend Aufzeichnungen der Wettkämpfe. Live kann man bei Eurosport2 dabei sein, am Schlusstag stellt das ZDF einen Livestream bereit.


