Hertha-Präsident

Gegenbauer: Bei Union ist das Stadion-Erlebnis besser

Auch wenn es weh tut: In der Stadion-Debatte räumt Präsident Gegenbauer ein, dass der Stadtrivale das bessere Live-Erlebnis bietet.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer (r.) mit Manager Michael Preetz.

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer (r.) mit Manager Michael Preetz.

Foto: Soeren Stache / picture alliance/dpa

Berlin. Der Wunsch nach einer eigenen Fußball-Arena ist bei Hertha BSC nach wie vor riesig. Das Problem: Bislang hat es der Bundesligist nicht geschafft, den Berliner Senat für seine Idee zu begeistern. Vom angepeilten Eröffnungsspiel, das 2025 in einem neuen Stadion stattfinden soll, ist der Hauptstadtklub meilenweit entfernt.

Dennoch – oder gerade deshalb – geht das Werben für die Stadion-Pläne weiter. In der am Montag ausgestrahlten Hauptstadt-TV-Sendung „Talk im Turm“ sprach Hertha-Präsident Werner Gegenbauer über das komplizierte Verhältnis zur Berliner Politik, den Standort Brandenburg und die Planungen am Flughafen Tegel. Zudem überraschte der 69-Jährige mit einer Aussage bezüglich des Stadtrivalen 1. FC Union.

Gegenbauer über …

… die Notwendigkeit einer eigenen Arena:

„Es gibt in der Diskussion mittlerweile einen großen Konsens darüber, dass es für die Zukunft von Hertha BSC unabdingbar ist, eine eigene Spielstätte als reines Fußballstadion zu haben, um wettbewerbsfähig aufgestellt zu sein.“

… die Standort-Frage:

„Es ist allen bewusst, dass es keinen Sinn macht, Hertha BSC aus der Stadt zu vertreiben. (...) Die Mitglieder wollen nicht aus Berlin hinaus. Wenn es aber um die Zukunft von Hertha BSC geht und es keine andere Alternative mehr gäbe, dann wollen wir doch mal sehen, wie dann die Gemengelage aussieht.“

… einen Standort in Brandenburg:

„Der Auftrag der Hertha-Mitglieder an mich als Hertha-Präsident ist eindeutig: Es geht um einen Standort in Berlin.“

… das Verhältnis zur Berliner Politik:

„Wir brauchen eine Unterstützung der Politik und der Verbände. Es ist ja ein Witz, dass sowohl beim Landessportbund als auch beim Fußball-Verband bisher nicht ein positives, wohlwollendes Statement zu hören war zu der Frage, dass eine Berliner Institution eine neue Spielstätte entstehen lassen will.“

… den Stellenwert von Hertha in Berlin:

„Unser Grundproblem ist, dass wir als Verein wahrgenommen werden, nicht aber als Unternehmen, das an einem Bundesliga-Spieltag mit Subunternehmen 1000 Leute beschäftigt. Wir machen im Jahr 150 Millionen Euro Umsatz. Das ist eine Größenordnung, da könnte man etwas konstruktiver sein.“

… Hertha und Union:

„Ich darf das ja kaum sagen: Aber aus meiner Sicht ist das Stadion-Erlebnis in der Alten Försterei besser als im Olympiastadion.“

… die Absage der Berliner Politik an den Standort Olympiapark:

„Im Olympiapark ist es nicht an den paar Häusern gescheitert. Die Häuser waren ein Mittel, um es scheitern zu lassen. Wir drehen uns im Moment im Kreis. Wenn da nicht einer einen Gordischen Knoten durchschlägt, werden wir da nicht weiterkommen.“

… den Standort Tegel:

„Der Stand der Dinge ist, dass Tegel eine Idee des Senators Geisel war. Wenn ich mich recht erinnere, war dann in der Zeitung zu lesen, dass es die Aufgabe von Hertha BSC sei, diese Idee politisch durchzusetzen – da kann ich mich ja nur auf den Rücken schmeißen.“

… die Planungen in Tegel:

„Es gibt einen Beauftragten für Tegel. Es gibt Pläne für die Fachhochschule, fürs Wohnen und alles andere in Tegel. Aber es gibt keinen Plan für Hertha BSC in Tegel. Wenn der Senator in Berlin es uns ermöglicht, in Tegel ein Stadion zu bauen, werden wir das tun. Aber es gibt keinen Zweifel, dass das Olympiagelände mit seiner Anbindung an U-Bahn, S-Bahn und Parkplätzen für die Besucher von Hertha der ideale Standort ist.

… seinen Wunsch an die Berliner Politik:

„Nötig ist eine Stelle in der Senatskanzlei, die das 250-Millionen-Euro-Projekt auf Senatsseite koordinieren soll.“

Anm. d. Red.: Aufgezeichnet wurde die Sendung bereits am 29. August.