Es half nichts. Nicht das Hoffen auf 20.000 Berliner Fans, die sich Viktoria 89 in der ersten Runde des DFB-Pokals gewünscht hatte. Nicht die prominente Unterstützung von Boxer Arthur Abraham oder Moderator Matthias Killing, die im Jahn-Sportpark das „Wunder von Prenzlauer Berg“ herbeisehnten. Nicht die Motivationsrede des früheren Union-Trainers Jens Keller, und auch nicht der aufopferungsvolle Kampf, den der Fußball-Regionalligist dem Favoriten Arminia Bielefeld bot. Am Ende verloren die Südberliner gegen den Zweitligisten 0:1 (0:1). Und so richtig zum Fliegen kam der Traum von der Pokal-Sensation trotz des knappen Ergebnisses nie.
Nicht mal 5000 Zuschauer im Jahn-Sportpark
Sportlich bot Viktoria den Ostwestfalen zwar ordentlich Paroli, doch die erhoffte Verstärkung von den Rängen blieb aus. Wenn ein Team von Heimspiel-Atmosphäre sprechen konnte, dann Bielefeld. Rund 2000 stimmgewaltige Fans dominierten das Geschehen im Stadion weitaus stärker als ihr Team die Partie auf dem Platz.
Das Gros des spärlich erschienenen Berliner Publikums schwieg indes die meiste Zeit. Mit nur 4503 Zuschauern fiel die Kulisse mehr als dürftig aus. Zum Vergleich: Zum Erstrunden-Match des BFC Dynamo gegen den 1. FC Köln waren im Vorjahr über 14.000 Zuschauer gekommen.
Handelfmeter bleibt den Berliner verwehrt
Dass Dynamo seinerzeit mit 1:9 unterging, mag ein kleiner Trost für Viktoria sein. Eine derartige Abreibung blieb den Himmelblauen erspart. Der Außenseiter zeigte eine konzentrierte, hochengagierte Leistung, erspielte sich diverse Chancen und durfte bis in die Schlussphase auf einen Coup hoffen. Pech für Viktoria: In der Nachspielzeit blieb den Berlinern ein Handelfmeter verwehrt.
„Es ist bitter, wenn einem so eine Möglichkeit genommen wird“, sagte Mittelfeldspieler Christoph Menz, der sich aber noch mehr über das Gegentor ärgerte. Bei der erst zweiten Bielefelder Ecke hatten die Berliner geschlafen – Andreas Voglsammer köpfte aus fünf Metern unbedrängt ein (15. Minute).
Dennoch: Für Viktoria war der sportliche gute Pokal-Auftritt nach den Investor- und Insolvenz-Querelen der jüngeren Vergangenheit ein Positiv-Erlebnis. Auch die Pokalprämie in Höhe von 175.000 Euro wird die Enttäuschung über das Aus lindern. JL


