Die 76. Polen-Rundfahrt ist vom tragischen Tod des belgischen Rad-Profis Bjorg Lambrecht überschattet worden. Der 22-Jährige stürzte am Montag auf der dritten Etappe von Chorzów nach Zabrze.

Der Unfall war so schwer, dass Lambrecht reanimiert werden musste und mit einem Helikopter ins Krankenhaus geflogen wurde. Doch der Belgier sei seinen Verletzungen erlegen, teilten sein Rennstall Lotto Soudal und der Tour-Veranstalter mit.

"Die größte Tragödie, die der Familie, Freunden und Teamkollegen von Bjorg passieren könnte, ist passiert ... Ruhe in Frieden Bjorg", schrieb der Rennstall. "Es gibt keine Worte, diese Tragödie zu beschreiben", hieß es auf der Facebook-Seite der Rundfahrt.

Gegen Betonkonstruktion gefahren

Lambrecht galt als aufstrebendes Talent im Radsport. Beim diesjährigen Tour-Härtetest Criterium du Dauphine in Frankreich hatte er die Wertung der besten Jungprofis gewonnen, bei der U23-WM im Vorjahr belegte er im Straßenrennen den zweiten Rang. Lambrecht startete erst in seinem zweiten Jahr auf der World Tour.

Nach Angaben des polnischen Online-Portals Onet sei Lambrecht auf dem dritten Teilstück der Polen-Rundfahrt nach 30 km in eine Betonkonstruktion gefahren, nachdem es plötzlich angefangen hatte zu regnen. Der Veranstalter berichtete, dass Lambrecht zunächst noch auf der Straße liegend reanimiert worden sei, ehe der Transport ins Krankenhaus erfolgte. Infolge der Witterungsbedingungen war es zu mehreren Stürzen auf der Etappe gekommen.

Wie die Tour-Veranstalter mitteilten, soll Lambrecht während einer Operation im Krankenhaus in Rybnik gestorben sein. Genauere Informationen lagen noch nicht vor.

Zweiter Tagessieg für Pascal Ackermann

Das Sportliche geriet durch die Tragödie in den Hintergrund. Der deutsche Sprinter Pascal Ackermann (Kandel) feierte seinen zweiten Erfolg auf der diesjährigen Rundfahrt und verteidigte seine Führung in der Gesamtführung damit erfolgreich.

Der 25-Jährige vom Team Bora-hansgrohe fuhr nach 157 km von Chorzow nach Zabrze im Massensprint zwar als Zweiter über die Ziellinie, bekam nach der Zurückstufung des eigentlich siegreichen Niederländers Fabio Jakobsen (Deceuninck-Quick-Step) aber den Etappensieg zugesprochen. Jakobsen hatte sich im Zielsprint mit der linken Hand den Weg freigemacht und wurde daher rückversetzt. Die Siegerehrung wurde infolge des Unglücks abgesagt.

"Heute spielt das Ergebnis des Rennens keine Rolle. Ich war am Boden zerstört, als ich die tragischen Nachrichten gehört habe, und möchte der Familie und den Freunden von Bjorg Lambrecht und allen bei Lotto Soudal mein tief empfundenes Beileid aussprechen", sagte der deutsche Meister Pascal Ackermann in einer von seinem Team Bora-hansgrohe auf Twitter verbreiteten Stellungnahme.

dpa/sid