Bundesliga

Schalke feiert den Klassenerhalt

Über die trostlose Schalker Nullnummer gegen Augsburg wird niemand mehr lange sprechen. Spannender sind die offenen Personalfragen.

Die Schalker Fans würdigten vor Anpfiff den verstorbenen Ex-Manager Rudi Assauer.

Die Schalker Fans würdigten vor Anpfiff den verstorbenen Ex-Manager Rudi Assauer.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Gelsenkirchen.  Die trostlose Nullnummer gegen den FC Augsburg war schon kurz nach dem Abpfiff fast in Vergessenheit geraten. Immerhin beseitigte der FC Schalke 04 am Sonntag mit dem Punktgewinn gegen die schon tags zuvor geretteten Augsburger die letzten theoretischen Zweifel am Verbleib in der Fußball-Bundesliga und zog einen Schlussstrich unter eine völlig verkorkste Saison. Trotz der Erfüllung seiner Rettungsmission sah Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens keinen Anlass zu Jubel oder gar einer Nicht-Abstiegs-Party.

„Nein, das nicht. Ich habe morgen frei gegeben und Dienstag haben sie Laktattest“, sagte der Niederländer auf eine Frage nach möglichen Feierlichkeiten der Profis. Durch das 0:0 vergrößerten die Königsblauen zwei Spieltage vor dem Ende der Spielzeit den Vorsprung auf den Relegationsrang 16, den der VfB Stuttgart belegt, auf uneinholbare sieben Zähler.

Spannungsabfall bei Gegner Augsburg

Die um einen Punkt besseren Augsburger waren bereits am Sonnabend durch die Stuttgarter Niederlage in Berlin erlöst worden. Weshalb Trainer Martin Schmidt am Sonntag bei seinen Spielern einen „gewissen Spannungsabfall“ ausmachte. „Das beste heute ist der Punkt und das Wochenende mit dem Klassenerhalt. Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen“, fasste der Schweizer zusammen – und lag damit goldrichtig.

Artig gratulierten sich die beiden Trainer gegenseitig zum weiteren Bundesliga-Dasein, wobei Stevens’ Erleichterung sichtlich größer war. „Wir haben den Klassenerhalt geschafft. Wie, das ist nicht so wichtig“, sagte der 65-Jährige, der zuvor stets von seiner „schwersten Aufgabe“ als Fußball-Lehrer gesprochen hatte. „Nicht nur, weil du eine Mannschaft hast, die du nicht zusammengestellt hast.“

Bewegende Choreo für Ex-Manager Assauer

Er sei nach der Trennung von Trainer Domenico Tedesco nur „aus Liebe zum Verein“ eingesprungen, stellte Stevens klar und verwies dabei auch auf eine Choreographie der Schalke-Fans vor dem Anpfiff. Da wurde mit großen Transparenten, auf denen das Konterfei von Rudi Assauer zu sehen war, dem kürzlich verstorbenen Ex-Manager gedacht.

Am vergangenen Dienstag (30. April) wäre Assauer 75 Jahre alt geworden. „Wenn ich sehe, wie unsere Fans meinen Freund ehren, dann tut das etwas mit dir. Und das nimmst du mit“, sagte Stevens gerührt.

Spannender als das Spiel sind die Fragen, die in den nächsten Tagen beantwortet werden dürften. Meldungen, wonach der Revierclub bald den bisherigen Sport-Geschäftsführer des Zweitligisten SC Paderborn, Markus Krösche (Sportdirektor), sowie den ehemaligen Stuttgarter Sportvorstand Michael Reschke (Technischer Direktor/Kaderplaner) vorstellen werde, wurden nicht bestätigt.

Als Top-Kandidat auf den Trainerposten zur neuen Saison gilt seit Tagen David Wagner, der auch bei Hertha hoch gehandelt wurde.

Aufsichtsrat gibt sich verschlossen

Sicher ist, dass der Aufsichtsrat vor der Partie getagt hatte, um sowohl personelle als auch wirtschaftliche Fragen zu besprechen. Antworten für die Öffentlichkeit gab es noch nicht. „Zu Beschlüssen werden wir aber heute nichts veröffentlichen“, erklärte Vorstand Marketing und Kommunikation, Alexander Jobst.

Auch Stevens, der seinen Aufsichtsratsposten derzeit ruhen lässt, gab zu den Spekulationen um Wagner keine Auskunft. „Ich weiß nicht, ob der Name auf den Tisch kommt“, sagte der Niederländer.