Fussball-Bundesliga

Wie der Pokal Bremens Liga-Alltag beeinflusst

Während Müller bei seiner Einschätzung zum Elfmeterpfiff zurückrudert, wechselt der DFB den Schiedsrichter für das Bremen-Spiel aus.

Thomas Müller hatte nicht nur während des Halbfinals am Mittwoch viel Redebedarf. Auch zwei Tage nach der Partie äußerte sich der Bayern-Stürmer zu den Ereignissen.

Thomas Müller hatte nicht nur während des Halbfinals am Mittwoch viel Redebedarf. Auch zwei Tage nach der Partie äußerte sich der Bayern-Stürmer zu den Ereignissen.

Foto: KAI PFAFFENBACH / Reuters

Berlin. Mit ein wenig Abstand musste Thomas Müller dann doch zugeben, dass da was falsch gelaufen war. Der Angreifer des FC Bayern München revidierte am Freitag seine Meinung zum heftig umstrittenen Strafstoß im Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen.

„Aus dem Spiel heraus sah es für mich ganz klar wie ein Elfmeter aus, wie ein klarer Schubser von hinten. Ich denke, der Schubser ist auch da“, sagte der 29-Jährige in einer Videobotschaft in den sozialen Medien. „Es ist auch ein Foulspiel - allerdings kein Foulspiel, das in dieser Situation für einen Elfmeter ausreicht“, teilte Müller vor dem Bundesliga-Spiel beim 1. FC Nürnberg am Sonntag (18 Uhr, Sky) mit.

Werder will Frust in positive Energie umwandeln

Nach dem hitzigen Duell in Bremen, das Robert Lewandowski mit dem Foulelfmeter zugunsten des Rekord-Pokalsiegers aus Bayern mit 3:2 (1:0) entschied, hatte Müller den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Daniel Siebert noch anders bewertet. Werder Bremen wird die Einsicht des Bayern-Stürmers wenig weiterhelfen. Der Frust über das bittere Pokal-Aus sitzt bei Trainer Florian Kohfeldt und seinem Team immer noch tief. „Wir wollen jetzt die Enttäuschung umwandeln in positive Trotzigkeit“, sagte der Coach vor der Bundesliga-Partie am Sonnabend gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr).

Bremen kämpft um einen Platz in Europa

Denn für den Tabellenachten geht es beim bereits geretteten Aufsteiger um wichtige Punkte im Kampf um die internationalen Plätze. „Wir werden richtig gallig sein, um auf einem anderen Weg nach Europa zu kommen“, kündigte der 36 Jahre alte Coach an. Nach dem Einzug der Bayern und von RB Leipzig ins Pokalfinale reicht in dieser Saison Rang sieben für den Sprung in den internationalen Wettbewerb. „Es wird eng, aber schön“, sagte Kohfeldt über den Endspurt um die begehrten europäischen Plätze. „Es warten noch sehr schwere Spiele, aber es wird in allen Partien knistern.“

DFB ersetzt Vierten Offiziellen

Vorher haben aber die Ereignisse im Pokal auch noch Einfluss auf den Bremer Liga-Alltag. Der DFB wechselte kurzfristig den Vierten Offiziellen aus. Der vorgesehene Robert Kampka, der im Pokalspiel als Videoassistent nicht eingegriffen und somit den falschen Elfmeterpfiff nicht verhindert hatte, wurde am Freitag durch Florian Heft ersetzt. Werder wird das wohl mehr als recht sein.