BUNDESLIGA

Niklas Stark ist ein klein wenig enttäuscht

Herthas Abwehrchef schwärmt von seiner Reise zur Nationalelf, hätte aber gern sein Länderspiel-Debüt gegeben

Im Wartestand: Herthas Niklas Stark (r.) hofft noch in dieser Saison zu seinem ersten Einsatz im deutschen Nationaltrikot zu kommen (vorn: Joshua Kimmich)

Im Wartestand: Herthas Niklas Stark (r.) hofft noch in dieser Saison zu seinem ersten Einsatz im deutschen Nationaltrikot zu kommen (vorn: Joshua Kimmich)

Foto: Foto: Pförtner / dpa

Berlin. Die schlechte Nachricht übermittelte Stefan Kuntz, Trainer der deutschen U21-Nationalmannschaft, Pal Dardai am Telefon. Hertha-Verteidiger Jordan Torunarigha hatte sich bei den DFB-Junioren eine Sprunggelenksverletzung zugezogen und war deshalb nicht mit zum Länderspiel nach Bournemouth geflogen, wo der deutsche Nachwuchs heute auf England trifft (20.45 Uhr/ProSieben). Ausgerechnet Torunarigha, der bereits zweimal in dieser Saison wegen Achillessehnenproblemen aussetzen musste.

Eine Untersuchung ergab, dass Torunarigha sich eine Verletzung des Kapsel- und Bandapparates im linken Sprunggelenk sowie ein Knochenmarksödem zugezogen hat. Torunarigha wird für mindestens eine Woche einen Spezialschuh, einen AirWalker tragen. Hertha-Trainer Dardai sagte: „Das gehört zum Fußball, wir müssen das akzeptieren. Jordan soll das jetzt auskurieren.“

Rekik, Grujic und Selke wieder fit

Immerhin meldete sich zum Beginn der Trainingswoche Karim Rekik arbeitsfähig. Der spielt als linker Verteidiger auf derselben Position wie Torunarigha. Der Niederländer hatte vergangene Woche wegen muskulärer Probleme ausgesetzt. Auch die angeschlagenen Marko Grujic und Davie Selke waren wieder dabei. Dennoch wollte der Trainer keine Vorschusslorbeeren verteilen. Mit Blick auf die Partie am Sonnabend bei RB Leipzig (18.30 Uhr) sagte Dardai: „Der Plan war, dass sie zum Wochenbeginn auf dem Platz sind. Wir haben eine lange Woche bis zum Leipzig-Spiel. Am Dienstag geht es los mit der Hauptbelastung. Ich hoffe, dass sie die überleben.“

Lob von Bundestrainer Löw für Stark

Als erster Länderspielfahrer war Niklas Stark zurückgekehrt. Herthas Abwehrchef schwärmt von seiner ersten Einladung in den Kreis der A-Elf von Joachim Löw . Es sei ein tolles Erlebnis mit Weltklassespielern wie Toni Kroos oder Marco Reus zu trainieren. Der Bundestrainer habe ihm gesagt, dass er sich die Nominierung mit guten Leistungen in der Bundesliga verdient habe.

Bei allem Stolz war Stark auch ein klein wenig enttäuscht, dass er weder im Testspiel gegen Serbien (1:1) noch in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande (3:2) gespielt hat. „Natürlich ist es schade, dass ich keine Minuten bekommen habe. Aber es kommen ja noch mehr Spiele, da will ich dann dabei sein.“


DFB bleibt hart bei der Ibisevic-Sperre

Sein Vereinstrainer sagte. „Niklas kann stolz sein, dass er eingeladen war“, sagte Dardai. „Aber als Innenverteidiger ist es wie beim Torwart: Da wird selten gewechselt.“ Insgesamt sind die Verantwortlichen in Berlin froh, dass mit Stark, sowie den U21-Nationalspielern Torunarigha, Arne Maier, Maximilian Mittelstädt und Lukas Klünter fünf Herthaner bei den beiden wichtigsten deutschen Nationalteams dabei waren. Löw hat Stark Hausaufgaben aufgegeben, die nächsten Länderspiel-Termine sind die Partien in Weißrussland (8. Juni) und gegen Estland (11. Juni). „Der Bundestrainer hat mir gesagt, dass ich mir die Spielidee einbläuen muss.“

In Leipzig fehlen wird in jedem Fall auch Vedad Ibisevic. Das DFB-Sportgericht lehnte in mündlicher Verhandlung eine Reduzierung der Drei-Spiele-Sperre für den Hertha-Kapitän ab. Dieses Strafmaß war nach dem Ballwurf von Ibisevic gegen den Kopf von BVB-Torwart Roman Bürki in der Nachspielzeit der Partie Hertha gegen Dortmund (2:3) verhängt worden. Der Berliner Bundesligist wird dieses Urteil nicht akzeptieren und hat angekündigt, Berufung beim DFB-Bundesgericht einzulegen.