Beleidigungen

Fußballer Sané rassistisch beleidigt – Polizei ermittelt

Beim Länderspiel Deutschland-Serbien wurde Leroy Sané wohl rassistisch beleidigt. Und offenbar hat niemand etwas dazu gesagt.

Leroy Sané wurde beim DFB-Spiel gegen Servien offenbar rassistisch beleidigt. Die Polizei ermittelt.

Leroy Sané wurde beim DFB-Spiel gegen Servien offenbar rassistisch beleidigt. Die Polizei ermittelt.

Foto: Lars Baron / Bongarts/Getty Images,

Berlin. Der Sportreporter André „Dre“ Voigt ist für klare und tiefgründige Analysen bekannt, wenn es um Basketball geht. Doch nun hat er sich ausnahmsweise auch zu einem Fußball-Länderspiel geäußert. Sein Facebook-Video ist ein schockierender Bericht über rassistische Beleidigungen. Inzwischen hat sich auch die Polizei eingeschaltet.

Nach dem Länderspiel Deutschland-Serbien in Wolfsburg hat Voigt in einem Facebook-Live-Video seine Erfahrungen im Stadion geschildert. Der Anlass sei eigentlich ein erfreulicher gewesen: Mit seiner Frau, der zweijährigen Tochter und seinen Eltern war der Sportjournalist ins Stadion gegangen. Die Karten waren ein Geschenk an die Eltern.

Doch statt eines unterhaltsamen Abends mit der Familie erlebte Voigt nach eigenen Angaben wie die Stimmung kippte und der Nationalspieler Leroy Sané mehrfach rassistisch beleidigt wurde.

Nachdem Sané von pöbelnden Fans mehrfach als „Neger“ bezeichnet worden sei, habe Voigt die drei Hauptpöbler angesprochen und gefragt, warum sie solche Beleidigungen aussprechen würden. Doch die drei alkoholisierten Männer hätten nicht aufgehört, sondern weiter rassistisch gepöbelt.

Rassistische Beleidigungen – Polizei schaltet sich ein

Das erschreckendste für André Voigt sei jedoch gewesen, dass sich niemand im Block seiner Kritik angeschlossen habe. Stattdessen hätten andere Zuschauer den offensichtlichen Rechtsextremen auch noch zugestimmt – ein Zustand, der Voigt während seines Video-Statements die Tränen in die Augen treibt.

Die Wolfsburger Polizei leitete inzwischen Ermittlungen ein. Das bestätigte der DFB am Donnerstag und verurteilte die verbalen Attacken in seiner Stellungnahme „aufs Schärfste“. Der Verband hat demnach den Kartenkäufer für die „Plätze, auf denen die Störenfriede saßen, ausfindig machen“ können.

Viel Zuspruch für Video von André Voigt

In sozialen Netzwerken erhielt Voigt für sein Video massenweise Zuspruch. Nutzer bedanken sich für seinen ganz persönlichen Bericht zum 1:1 gegen Serbien und die offenen Worte. Das Video wurde mittlerweile über 80.000 Mal angesehen. Doch neben Zuspruch scheint es auch Angriffe zu geben. Auf Twitter schreibt Voigt, dass er Drohmails erhalten habe, in denen Verfasser sogar mit der Vergewaltigung seiner Tochter gedroht hätten. (ac)