Handball

Dschungelcamp oder Handball – Heinevetter sorgt für Lacher

Bei der Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft zeigt sich der Füchse-Torwart bestens gelaunt – und witzig.

Silvio Heinevetter bei der Pressekonferenz der deutschen Handball-Nationalmannschaft.

Silvio Heinevetter bei der Pressekonferenz der deutschen Handball-Nationalmannschaft.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Die Stimmung ist prächtig bei der deutschen Handball-Nationalmannschaft nach dem 30:19-Sieg gegen Korea im ersten WM-Spiel. „Eine WM in meiner Stadt, eine ausverkaufte Halle mit dieser tollen Atmosphäre - da hatte ich schon ein bisschen Pipi in den Augen“, berichtete Torhüter Silvio Heinevetter am Tag nach dem Erfolg vor über 13.500 Zuschauern in Berlin. Die hohe TV-Einschaltquote mit durchschnittlich 6,11 Millionen Menschen sorgte für zusätzliche gute Laune. „Das war in der Tat selbst für uns ein Stück weit überraschend, dass es gleich mit einer so hohen Zahl losgegangen ist“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Es zeige, „dass diese Euphorie einfach schon da ist und Handball mehr als funktioniert“. Nach Angaben des ZDF hatte die Übertragung einen Marktanteil von 23,6 Prozent. Am Samstag geht es für das Team von Bundestrainer Christian Prokop weiter gegen Brasilien (18.15 Uhr/ZDF). Hanning: „Da hoffen wir auf ähnlich hohes Interesse.“

6,11 Millionen Menschen sahen das Auftaktspiel gegen Korea

Angesichts dieser Nachrichten nahm das deutsche Team selbst vermeintliche Skandale wie die plötzliche USA-Reise des am Sonntag in die Reserve versetzten Tobias Reichmann mit Humor. „Das ist schon okay. Heutzutage ist man mit dem Flugzeug auch schneller aus Florida wieder in Deutschland als aus Italien mit dem Auto“, befand Heinevetter. Bob Hanning brach in Gelächter aus. „Ja, das war wirklich sehr weitsichtig von ihm bei dem ganzen Schneechaos in Italien.“

Überhaupt Heinevetter: Der am Donnerstag bei seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit lautstark gefeierte Torhüter hatte nach kurzer Zeit Gefallen an der Pressekonferenz vor dem Brasilien-Spiel gefunden. Der 34-Jährige griff zum Handy, machte Videos von der Journalistengruppe. Und bewies gleich medizinisches Fachwissen, als er auf Nachfrage nach dem mit Schüttelfrost im Hotel weilenden Rückraumspieler Franz Semper beruhigte: „Ein paar Vitaminshakes, dann spielt er gegen Brasilien. Ein bisschen Schüttelfrost ist für Handballer kein Grund, nicht zu spielen und auch keine Ausrede wie in anderen Sportarten.“ Als es um die Spielbeobachtung des kommenden Gegners Brasilien ging, der am Freitagabend in Berlin gegen Frankreich antrat, schaltete sich Heinevetter ebenfalls ein: „In der Mannschaft ist die Interessenlage gerade 50:50, was das Gucken des Handballspiels oder des Dschungelcamps angeht. Mal sehen.“ Da musste selbst der sonst so konzentriert dreinblickende Bundestrainer schmunzeln.