Hallenfussball

Hertha und Union auf Augenhöhe

An Tag eins des Traditionsmasters sorgt vor allem das Stadtderby für Stimmung. Es endet unentschieden.

Foto: Jan Huebner/Lakomski / imago/Jan Huebner

Berlin.  Natürlich durfte das Torsten-Mattuschka-Lied nicht fehlen. Ist ja schon ein wenig her, dass es die Fans des 1. FC Union singen konnten. Mattuschka, einstiger Volksheld der Republik Köpenick, und Herr aller ruhenden Bälle, hat 2014 sein letztes Pflichtspiel für Union bestritten. Beim AOK Traditionsmasters zog er am Freitag nun wieder das inzwischen doch merklich spannende rot-weiße Trikot über, gemeinsam mit Benjamin Köhler, Christian Stuff, Halil Savtan oder Karim Benyamina, die alle vom Anhang gewohnt lautstark besungen wurden. Sie standen alle vor nicht allzu langer Zeit gemeinsam in der Zweiten Liga auf dem Platz, was sie automatisch zum Favoriten auf den Turniersieg machte gegenüber der größtenteils deutlich älteren Konkurrenz.

Eine ähnlich junge Mannschaft schickte nur Hertha BSC ins Rennen, mit Peter Niemeyer, Maik Franz, Gilberto oder dem immer noch quirligen Dariusz Wosz. Da passte es gut, dass ausgerechnet das Duell der beiden Berliner Vereine den Abschluss des ersten Turniertages darstellte. Was als sportlicher Appetithappen auf den Finaltag gedacht war, bekam nach Herthas überraschender Auftaktniederlage gegen den Karlsruher SC (4:5) schon Finalcharakter. Bei einer Niederlage wäre Hertha draußen gewesen. Soweit kam es aber nicht. Wosz und Andreas „Zecke“ Neuendorf brachten Hertha 2:0 in Führung, Karim Benyamina und Marco Gebhardt glichen noch aus.

Rund 7000 Zuschauer sind in die Halle gekommen

Die rund 7000 Zuschauer zelebrierten das Stadtderby, es war laut mit deutlichem Stimmübergewicht für die zahlenmäßig stärker vertretenen Unioner. Sie machten so aus der Schmeling-Halle eine Außendienststelle der Alten Försterei. Die Spieler ließen sich von der Atmosphäre gern mitnehmen, auf dem Kunstrasen ging es deutlich robuster zu als in den vorangegangenen Spielen des Traditionsmasters.

„Die Stimmung ist großartig, so etwas kenne ich in dieser Form nicht“, sagte Luis Milla, der für die Altstars des FC Barcelona auflief. Die Spanier waren neben Tottenham Hotspur und Sparta Prag eines von drei internationalen Teams. Des Weiteren waren Bayer Leverkusen, der KSC und Borussia Dortmund dabei. Zu sehen bekamen die Zuschauer Tricks und Tore von altbekannten Größen wie Ulf Kirsten, Sergei Kirijakow oder David Odonkor. Am Sonnabend (16.30 Uhr/Sport1) stehen nach den abschließenden Gruppenspielen die Halbfinals und das Finale an.