Rad

Sunweb-Star Dumoulin schaut vor allem auf den Giro

Das Worldtour-Team startet nur noch mit fünf deutschen Fahrern – doch einer von ihnen gilt als vielversprechender Hoffnungsträger.

Die Radprofis Lennard Kämna, Nikias Arndt, Max Walscheid und Max Kanter (v.l.) bei der Vorstellung des Teams Sunweb im Umspannwerk Alexanderplatz

Die Radprofis Lennard Kämna, Nikias Arndt, Max Walscheid und Max Kanter (v.l.) bei der Vorstellung des Teams Sunweb im Umspannwerk Alexanderplatz

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin.  Blaues und rotes Neonlicht erfüllte den Raum, künstlicher Nebel erschwerte den Durchblick und ließ das Gefüh aufkommen, dass gleich eine Elektroparty beginnt. Es wäre sicher nicht die erste im alten Umspannwerk am Alexanderplatz gewesen. Doch die Bühne gehörte diesmal keinen DJs, sondern Radprofis nahmen Aufstellung. Das Team Sunweb präsentierte in szenemäßigem Ambiente seine Mannschaft, mit der es in der kommenden Saison wieder große Ziele anpeilt.

Für Sunweb ist es schon eine kleine Tradition, in Berlin das Team für die neue Saison vorzustellen. Seit 2015 fährt die Equipe mit einer deutschen Lizenz und ist seitdem zu Jahresbeginn in der Hauptstadt. „Der Radsport in Deutschland entwickelt sich Schritt für Schritt in die richtige Richtung“, sagte Teamchef Iwan Spekenbrink.

Buchholzer Arndt als Co-Kapitän

Doch das deutsche Element in der Mannschaft ist trotzdem geringer geworden. Hiesige Identifikationsfiguren wie der Berliner Simon Geschke (jetzt CCC) gehören nicht mehr zum Aufgebot. Nur noch fünf deutsche Fahrer tragen in der Worldtour das Trikot des niederländisch dominierten Rennstalls.

Einer dieser deutschen Fahrer ist Nikias Arndt (27/Buchholz), er ist auch einer der Kapitäne. „Wir haben ein starkes Team und können eine Menge Erfolg haben“, sagte Arndt. Hauptsächlich hängt dieser Erfolg mit Tom Dumoulin zusammen. Der Niederländer (28) ist der Star des Teams und will 2019 wieder beim Giro d’Italia und bei der Tour de France sein Können zeigen. Beide Rundfahrten schloss er 2018 als Zweiter ab. „Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Giro, aber ich hoffe auch auf eine gute Tour“, so Dumoulin, für den es ungünstig ist, dass in Frankreich dieses Jahr das Zeitfahren unterrepräsentiert ist.

Talent Kämna geht mit gutem Gefühl in die neue Saison

Eine der drei großen Landesrundfahrten soll auch Lennard Kämna (22/Fischerhude) in diesem Jahr bestreiten. „Mir wäre jede recht. Ich gehe mit einem wirklich guten Gefühl in die neue Saison und werde beim Bestes tun, dass es eine gute Saison wird“, sagte er. Kämna gilt als eines der größten deutschen Talente, war 2017 schon Weltmeister mit Sunweb im Teamzeitfahren. Doch im vergangenen Jahr musste er aufgrund einiger Erkrankungen mehrere Monate pausieren. Jetzt fühlt er sich bereit für einen Neustart, der zunächst mit kleineren Etappenrennen und später einigen Klassikern beginnt, bevor dann entschieden wird, welche Grandtour für ihn infrage kommt.

Gerade mit Kämna verbindet sich die Hoffnung von Teamchef Spekenbrink, irgendwann einen deutschen Fahrer auf das Podium von Tour, Giro oder Spanien-Rundfahrt zu bringen. „Das ist unser Traum“, sagte der Niederländer und lobte die Fortschritte der deutschen Nachwuchsfahrer im teameignen Förderprogramm in Deutschland. Vielleicht steigt die Zahl hiesiger Profis im Team also bald wieder.