Einen kleinen Seitenhieb konnte sich Bastian Doreth (29) nicht verkneifen. Im Fußball, mutmaßte der Kapitän des Basketball-Nationalteams, befürchte man womöglich negative Reaktionen, sobald man sich gegen Rassismus positioniert. „Wir nicht“, fügte er in einem Interview mit „Zeit Online“ an, „und Leute, die das anders sehen, wollen wir nicht in der Halle haben.“
Anders als unlängst die DFB-Elf ließ es sich die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) am Sonntag nicht nehmen, Stellung zu beziehen. Vor dem Sieg gegen Israel trugen die Spieler in Leipzig beim Aufwärmen Shirts mit der Aufschrift „#wirsindmehr“, jenem Hashtag, der sich als Synonym für antirassistische Aktionen etabliert hat. Zudem positionierten sich Dennis Schröder und Co. auch in einer Videobotschaft gegen Fremdenfeindlichkeit. „Die Vorfälle in Chemnitz haben mich geschockt“, erklärte Doreth. Der Aufbauspieler vom Bundesligisten Bayreuth hatte die vom DBB unterstützte Aktion initiiert.
Auch Albas Thiemann hat einen Migrationshintergrund
„Ich fand’ das super, vor allem hier in Leipzig“, sagte NBA-Profi Schröder, „das war ein gutes Statement.“ Deutschlands Vorzeige-Basketballer ist einer von mehreren Nationalspielern mit Migrationshintergrund – genauso wie Alba-Zugang Johannes Thiemann, dessen Vater aus Kamerun stammt. Doreths Frau kommt aus Guinea, gemeinsam haben sie einen Sohn. „Auch seinetwegen mache ich mir Sorgen“, sagte der DBB-Kapitän. Er fordert: „Wir Sportler müssen gegen den Rechtsruck aufstehen.“
JL


