Berliner Fußball

Häßler und Berlin United – Der FC Bayern der siebten Liga

Landesligist Berlin United startet unter Trainer Thomas Häßler mit namhaften Zugängen in die Saison – und mit großen Zielen

Thomas Häßler (Mitte), der Trainer von Berlin United, bei der Vorstellung seiner neuen Spieler Kevin Kruschke (l.) und Philip Malinowski

Thomas Häßler (Mitte), der Trainer von Berlin United, bei der Vorstellung seiner neuen Spieler Kevin Kruschke (l.) und Philip Malinowski

Foto: Berlin United / BM

Berlin.  Die Berliner Fußball-Landesliga hat eine neue Übermannschaft. Durch hochkarätige Zugänge wird Berlin United unter Trainer Thomas Häßler zum FC Bayern der siebten Liga. Am Sonnabend setzte der Welt- und Europameister mit seinen Jungs auch schon ein erstes Achtungszeichen, gewann ein Turnier gegen die Oberligisten Staaken und Hertha 06 sowie Berlin-Ligist Spandauer Kickers.

Beim Trainingsstart vor einigen Tagen am Spandauer Damm wurden mit Kevin Kruschke und Philip Malinowski auch zwei Spieler begrüßt werden, die schon einige Ligen höher gespielt haben und das auch heute noch könnten. Kruschke stieg vor drei Jahren mit dem 1. FC Magdeburg in die Dritte Liga auf und stürmte letzte Saison für Oberligist Tennis Borussia. Malinowski durchlief den Nachwuchs beim 1. FC Union, hat dort mit der U23 in der Regionalliga gespielt und wird vom Trainer hoch gelobt. Häßler: „Ein herausragender Fußballer, der ein Spiel lesen kann und ein echter Leader ist. Ich bin glücklich, ihn wieder in unseren Reihen zu haben.“

Sogar ein Nachwuchsleistungszentrum wird geplant

Der 26-Jährige spielte ja schon in der Saison 2016/17 für United-Vorgänger Club Italia und stieg mit dem Verein in die Landesliga auf. Während er vor einem Jahr zu Sparta Lichtenberg wechselte, kämpfte Häßler mit seinem Team in der vergangenen Saison plötzlich um den Klassenerhalt. Durch den Ausstieg von Geldgebern war auch die Zukunft von Häßler im Verein in Frage gestellt. Doch die Fusion mit Berlin United und die Visionen von Präsident Stefan Teichmann (plant sogar den Bau eines eigenen Nachwuchsleistungszentrums) haben ihn schließlich überzeugt.

Im Juni unterschrieb der 52-Jährigeim einen neuen Zweijahresvertrag. Häßler: „Hier alles komplett neu aufzubauen, ist eine spannende Geschichte. Und davon möchte ich ein Teil sein.“ Klares Saison-Ziel ist der Aufstieg in die Berlin-Liga. Und sollte danach gleich der Durchmarsch in die Oberliga gelingen, verlängert sich Häßlers Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr.

Zugang Kruschke: „Häßler hat mich beeindruckt“

„Da haben wir endlich richtig Druck. Mit Rang sechs wie in der vergangenen Saison werde ich mich nicht begnügen. Aber von Superlativen halte ich auch nichts. Wir haben eine komplett neue Mannschaft. Die braucht ihre Zeit und gewinnt auch in der Landesliga nicht automatisch“, warnte Häßler vor zu großen Erwartungen.

Der andere namhafte Neue erinnert Häßler an seine eigenen Zeiten auf den Berliner Bolzplätzen. „Kevin Kruschke ist ein echter Straßenfußballer. Er ist technisch stark und wird mit seiner Schnelligkeit für viel Alarm in der Offensive sorgen“, freut er sich auf den 26-Jährigen. Warum wechselt einer aber eigentlich zwei Klassen tiefer? Kruschke: „Ich hatte zuletzt so ein bisschen den Spaß am Fußball verloren. Und da ist es eigentlich egal, in welcher Liga man den wiederbekommt. Außerdem bin ich begeistert von dem Projekt, das hat für mich eine echte Perspektive. Und Thomas Häßler beeindruckt mich bisher nicht nur als Trainer und durch seine Erfolge als Spieler. Er kommt auch menschlich richtig gut rüber.“ Saisonstart ist am 18./19. August.